Am Thalauer Wittiggrund könnten bald wie in den Aufstiegsspielen einige Fußballfeste anstehen.
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Am Thalauer Wittiggrund könnten bald wie in den Aufstiegsspielen einige Fußballfeste anstehen.

Hosenfelds Platz wird eingenommen

Thalau nimmt Aufstiegsrecht wahr

  • Steffen Kollmann
    vonSteffen Kollmann
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Nachdem der designierte Gruppenliga-Meister Spvgg. Hosenfeld beschlossen hat, auf den Aufstieg in die Verbandsliga zu verzichten, hat nun der Zweitplatzierte FSV Thalau erklärt, sein Aufstiegsrecht wahrzunehmen.

Thalau - Intensive Gespräche gab es in den vergangenen Tagen beim Club aus der Vorderrhön, zunächst im großen Kreis mit Mannschaft und Trainer, am Pfingstmontag abschließend im kleinen Vorstandsteam. Nach Abwägung aller Pro- und Kontra-Argumente stand am Ende fest: Thalau möchte den Schritt wagen. „Die Mannschaft hat es sich in den letzten Jahren verdient, dieses Abenteuer anzugehen“, betont Vorstandssprecher Paul Weichlein.

Thalau steigt auf - Trainer: „Ich liebe die Herausforderung“

Der künftige Trainer Meik Voll, der als einer von wenigen schon Erfahrungen in der Verbandsliga sammeln konnte, begrüßt die Entscheidung: „Persönlich könnte ich auch den einfachen Schritt gehen und sagen, dass ich lieber in der Gruppenliga oben mitspielen möchte. Aber ich liebe die Herausforderung und weiß, dass ein Klassenerhalt wie eine Meisterschaft wäre“, so der 44-Jährige. „Für den Verein ist es der größte Erfolg in der Geschichte und eine Riesensache. Und der Ort und die umliegenden Dörfer können sich auf viele interessante Begegnungen freuen.“

„Kein glücklicher Corona-Aufsteiger“

Welche Wucht am Wittiggrund entstehen kann, wurde in den Aufstiegsspielen zur Verbandsliga 2017 und 2018 deutlich, als zu den Heimspielen jeweils weit mehr als 2000 Zuschauer kamen. Doch zweimal verlor der FSV im entscheidenden Moment, während in der Saison 2018/19 der dritte Platz ebenfalls nicht genügte. Nun profitiert Thalau vom Hosenfelder Aufstiegsverzicht. „Jetzt aber zu sagen, wir wären der glückliche Corona-Aufsteiger, wäre unfair. Obwohl das Team sicherlich keine gute Halbserie gespielt hat, steht es auf Platz zwei, durch die vergangenen Jahre hat es sich den Aufstieg verdient“, betont Voll.

Keine finanziellen Kraftakte

Und genau jene Mannschaft soll sich nun auch in der höheren Liga beweisen, finanzielle Kraftakte für die Erhöhung der Kaderqualität wird es nicht geben. Mit Nikolas Leinweber, Philipp Mötzung (SV Flieden II), Sebastian Schmidt (Thüringen), Sebastian Wasserka (Raum Dortmund), Marcel Martinez (Spvgg. Bimbach) und Patrick Kalis (SG Bad Soden II) standen ohnehin schon sechs Neuzugänge fest, viel soll anschließend nicht mehr passieren. Zwar gibt es noch eins, zwei Fragezeichen, da sich bei diesen Spielern der Verbandsliga-Aufwand eventuell nicht mit dem Beruf verbinden lässt, ansonsten ist aber jeder gewillt, den Sprung zu wagen.

„Uns könnte ein ganz bitteres Jahr bevorstehen“

„Wir können dieses Abenteuer nur schaffen, wenn sich jeder streckt und mehr macht als zuvor“, so Disziplinfanatiker Voll, der eine knackige Vorbereitung ankündigt. Mit der zweiten Mannschaft des SV Flieden war der Trainer vor einigen Jahren in einer ähnlichen Position, nach dem Klassenerhalt im ersten Jahr stieg die Buchonen-Reserve in der zweiten Saison sang- und klanglos ab. „Ich habe den Jungs auch gesagt, dass uns ein ganz bitteres Jahr bevorstehen könnte. Daran kann ein Team kaputtgehen. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Spieler auch bei so einem Ereignis nicht auseinanderbrechen würden und der Verein auf gesunden Beinen steht.“

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