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Der gebürtige Fuldaer Thorsten Hohmann mit seiner App auf dem Display im Hintergrund.

Gebürtiger Fuldaer mit kreativer Idee

„Cue Lab“: Thorsten Hohmann bringt Poolbillard-App auf den Markt

Thorsten Hohmann ist ein kreativer Kopf und er ist vielseitig interessiert. Der Poolbillardprofi, dreifacher Weltmeister und gebürtige Fuldaer mit Wohnsitz in Jacksonville, Florida (USA), hat kürzlich mit seinem Geschäftspartner sein neues Projekt auf den Markt gebracht – die Billard-App „Cue Lab“.

Von Joachim Herbert

Houston/Fulda - Gerade in diesen Zeiten ist die Software für iPhone und iPad ein nützliches Programm für alle, die gerne Poolbillard spielen. Da aktuell weder Turniere noch Ligaspiele oder private Treffen zum Billardspielen stattfinden, vermissen viele Profi- und Hobbyspieler ihren Sport. „Mit der App kann man eigene Übungen oder Stöße kreieren, diese im Internet posten und sich so mit anderen Enthusiasten austauschen“, sagt Hohmann.

„Früher musste man, um eine bestimmte Spielsituation zu erklären, immer Papier und Stift parat haben und die fragliche Situation aufmalen. Heute nutzt man die App und kann damit nicht nur seinem Gegenüber die Positionen der Kugeln auf dem Tisch aufzeigen und darüber diskutieren, sondern sogar mit Freunden am anderen Ende der Welt.“

Ein Programm für Spielsituationen

Doch was verbirgt sich genau hinter dieser App? „Cue Lab ist kein Spiel, sondern ein Programm, mit dem man verschiedene Situationen auf dem Tisch darstellen kann. Die Nutzer können Positionen der Billardkugeln abbilden, Spielsituationen aufzeigen, Linien ziehen, Zielfelder darstellen sowie viele weitere Funktionen nutzen. All dies kann man sehr einfach mit Freunden und in den sozialen Medien teilen.“

Schon früh interessierte sich Hohmann für Ausbildung und Vermittlung von Wissen. Bereits als 16-Jähriger stand er mit einem Overheadprojektor im damaligen Verein 1. PBC Fulda und schilderte anderen Jugendlichen, worauf es ankommt. „Die wollten damals aber lieber Billard spielen, als mir zuhören“, lacht Hohmann. Heute gibt er neben seinen Teilnahmen an Turnieren Billardunterricht und vermittelt Erkenntnisse und Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren Poolbillard.

Seit 2007 hatte Hohmann die Idee für die App

Bereits Ende der 1990er Jahre baute ein Freund Hohmanns eine ähnliche Software für Desktop-Computer. Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, hatte Hohmann bereits die Idee, das Programm auf ein mobiles Gerät zu bringen. „Mein Freund war dazu leider nicht in der Lage, und seit dieser Zeit trage ich die Idee mit mir herum. Jetzt endlich habe ich sie mit Joshua von Bright-Mediums in New York City realisieren können.“

Hohmann brachte die Idee für die Funktionen und den Namen in das Projekt ein und übernimmt die Vermarktung, sein Geschäftspartner setzte die Vorschläge um und programmierte die Software. „Ich hoffe, sie gefällt den Leuten, sie benutzen und verbreiten sie“, so Hohmann.

Auch bei der SG Johannesberg in Benutzung

Geeignet ist die Software für Spieler und für Trainer, um Übungen für sich und ihre Schüler zu entwickeln. Profis haben die App für sich entdeckt und benutzen sie. Der zweifache Weltmeister und World-Games-Gewinner Darren Appleton (Großbritannien) und die Weltmeisterin, 24-fache Europameisterin und World-Games-Siegerin Jasmin Ouschan (Österreich) nutzen Cue Lab auf ihrem jeweiligen YouTube-Kanal.

Auch in der Poolbillard-Abteilung der SG Johannesberg wird die App genutzt. „Thorsten Hohmann ist für viele im Verein ein ‚Leuchtturm‘, an dem sie sich orientieren“, sagt Abteilungsleiter Alexander Peer. „Toll ist, dass zu seinem Netzwerk auch weitere ehemalige Fuldaer Profispieler wie Ralph G. Eckert gehören, die ‚Cue Lab‘ als Trainingsinstrument nutzen.“

Die App ist kostenlos, derzeit allerdings ausschließlich für iPhone und iPad erhältlich. „Eine Version für Android ist noch nicht geplant“, sagt Thorsten Hohmann. „Wir warten ab, wie die App angenommen wird.“

Thorsten Hohmann: Trainieren, kochen und Videos drehen

Profisportler haben es schwer in diesen Tagen. Sportveranstaltungen sind abgesagt, und die Athleten müssen sich mehr oder weniger allein fit halten. Für Thorsten Hohmann bedeutet dies: keine Turniere, keine Reisen, keine Spiele unter Wettkampfbedingungen – und keine Preisgelder.

Der Fuldaer startet normalerweise auf Veranstaltungen innerhalb der USA und in Asien. Aufgrund der aktuellen Situation finden keine Turniere statt, und Hohmann verbringt seine Zeit in Houston (US-Bundesstaat Texas). „Ich bin seit Mitte März in Texas bei einem meiner besten Freunde hier in den USA, habe einen Poolbillardtisch zur Verfügung und halte mich fit“, sagt Hohmann.

Auf seinem Programm stehen täglich mehrere Stunden Billardtraining, spazieren gehen, kochen und das Drehen von Videos, die ihn beim Spiel am Billardtisch zeigen. Hohmann forderte die Nutzer der App auf, ihm mit deren Hilfe erstellte billardspezifische Übungen zu schicken. Das sogenannte Cuegram des jeweiligen Nutzers hat der Fuldaer dann vor der Kamera umgesetzt und das kurze Video dazu auf seinem Profil bei Facebook veröffentlicht. Zahlreiche Übungen sind dort schon zu sehen.

Dabei zeigt sich der 40-Jährige sehr kreativ. Es gibt einige Videos der Corona-Serie, während der Hohmann mit einem Mund-Nase-Schutz spielt. Und am Cinco de Mayo (5. Mai), einem in der mexikanischen Bevölkerung der USA sehr beliebten Festtag, baute Hohmann eine Dose mexikanisches Bier und mexikanische Hintergrundmusik in sein Video ein.

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