Maberzells Ruwen Filus musste sich ganz schön strecken, um die zwei 3:2-Siege einzufahren.
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Maberzells Ruwen Filus musste sich ganz schön strecken, um die zwei 3:2-Siege einzufahren.

Sieg im Hessenderby

Tischtennis-Bundesligist Maberzell tut sich gegen ersatzgeschwächtes Bad Homburg schwer

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ist Hessens Nummer eins im Tischtennis. Der Bundesligist tat sich vor Geisterkulisse gegen den punktlosen TTC OE Bad Homburg beim 3:1-Sieg allerdings unerwartet schwer, zumal der Aufsteiger ohne Spitzenmann Gustavo Tsuboi antrat.

Fulda - Entsprechend erleichtert zeigte sich Maberzells Vorsitzender Stefan Frauenholz nach dem Sieg im Hessenderby, den Ruwen Filus (2) und Quadri Aruna (1) sicherstellten: „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden. Es sind die zwei erwarteten und benötigten Punkte, um uns nach unten abzusichern.“ Mit 6:8 Zählern behauptete Maberzell Rang neun und kann sich nun am Freitag mit einem Sieg beim ebenfalls noch punktlosen Team aus Grenzau weiter von den Abstiegsrängen in Richtung Mittelfeld absetzen.

Beim Gast war die Trauer entsprechend groß. „Wir haben schon gehofft, dass wir gut mitspielen können. Aber dass es so knapp werden könnte, hätten wir nicht gedacht“, sagt Bad Homburgs Geschäftsführer Bernd Röschenthaler mit Blick auf die Fünfsatzniederlagen des 19-jährigen Lev Katsman und des 20-jährigen Rares Sipos gegen Maberzells Routinier Ruwen Filus.

Maberzell siegreich im ersten Hessenderby seit acht Jahren

Obwohl Bad Homburg ohne den noch beim WTT-Turnier in China weilenden Brasilianer Gustavo Tsuboi anreiste, der als einziger Bad Homburger Spieler in dieser Saison drei seiner Matches gewinnen konnte, ging Maberzells Cheftrainer Qing Yu Meng bei der Aufstellung auf Nummer sicher. Er stellte seinen Spitzenmann Quadri Aruna auf Position drei, um den Punkt sicher zu haben und im Falle eines Doppels mit Fan Bo Meng das stärkste Vereinsduo stellen zu können. „Das war das erste Hessenderby seit acht Jahren. Zudem war der Erfolgsdruck auf mich und die Mannschaft entsprechend groß“, sagt Meng und schickt hinterher „Letztendlich war es mir egal, ob wir 3:0 oder 3:2 gewinnen. Hauptsache wir gewinnen. Das Ziel haben wir erreicht und dürfen heute ein bisschen feiern.“ Auf die Leistung seiner Mannen angesprochen, bekennt der Cheftrainer: „Die war nicht optimal.“

In der Tat. Ruwen Filus tat sich gegen Katsman und Sipos überraschend schwer. Grandiosen Ballwechseln folgten leichte Fehler. Doch der 32-Jährige schaffte es mit Disziplin und Kampfgeist, das bessere Ende für sich zu haben und so im Entscheidungssatz gegen Sipos mit einem überzeugenden Endspurt das Doppel abzuwenden und den Sieg einzufahren. „Das Training lief in den letzten Wochen sehr gut und ich dachte, das ist der alte Ruwen. Das konnte ich heute im Spiel allerdings nicht zeigen, nehme aber mit, dass ich weiter gekämpft habe, wenn es schwer wurde.“

Hessens Verbandspräsident Andreas Hain bedauert Hessenderby unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Schwer wurde es für Fan Bo Meng, der auch während des Corona-Lockdowns in Düsseldorf trainiert. Mit dem gleichaltrigen Rumänen Sipos, der auf Position ein spielte, hatte Fan Bo Meng noch eine Rechnung offen. Die Revanche für die Finalniederlage bei den Spanish Open Anfang des Jahres misslang am Samstagnachmittag , zumal sich Fan Bo Meng zu sehr unter Druck setzte und nicht seinen besten Tag hatte. „Die Enttäuschung ist schon groß, ich hatte mir mehr erwartet“, gesteht der 20-Jährige. Aber wichtiger sei, dass die Mannschaft gewonnen habe. Dazu steuerte Quadri Aruna den Punkt an Position drei gegen den 18-jährige Maksim Grebnev bei, ohne großartig gefordert zu werden.

Der Präsident des Hessischen Tischtennis-Verbandes, Andreas Hain, bedauerte sehr, dass das Hessenderby ohne Zuschauer stattfinden musste. „Das ist frustrierend. Da fehlt alles. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, so was zu machen oder ob man lieber die Spieler zum Arbeitsamt schicken und die Corona-Saison ausfallen lassen sollte. Das ist eine schwierige Entscheidung.“

Ergebnisse: Ruwen Filus – Lev Katsman 3:2 (11:6, 11:9, 9:11, 9:11, 11:6), Fan Bo Meng – Rares Sipos 0:3 (9:11, 10:12, 7:11), Quadri Aruna – Maksim Grebnev 3:0 (11:8, 11:5, 11:9), Filus – Sipos 3:2 (12:14, 11:7, 11:6, 7:11, 11:5).

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