„Aufstehen, das Training beginnt gleich“, schreit Cheftrainer Qing Yu Meng. Wenig verschlafen zeigen sich (von links) Wang Xi, Philipp Floritz, Ruwen Filus und Patrick Franziska in der Saison 2013/2014, die für den TTC Maberzell zur erfolgreichsten wird.
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„Aufstehen, das Training beginnt gleich“, schreit Cheftrainer Qing Yu Meng. Wenig verschlafen zeigen sich (von links) Wang Xi, Philipp Floritz, Ruwen Filus und Patrick Franziska in der Saison 2013/2014, die für den TTC Maberzell zur erfolgreichsten wird.

Ein Rückblick

TTC Maberzell: Vom Dorfverein zur Marke in der Bundesliga

  • Selina Eckstein
    vonSelina Eckstein
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Die Bundesligapremiere hatte sich der TTCRhönSprudel Fulda-Maberzell anders vorgestellt. Nach einer Stunde stand am 19. August 2000 die krachende 0:6-Heimklatsche gegen den Deutschen Meister Ochsenhausen vor 400 Zuschauern zubuche.

Fulda - „Das war nur, weil Alexei Smirnov angeschlagen in die Partie ging und Ding Yi wegen Knieproblemen fehlte“, erinnert sich Vorsitzender Stefan Frauenholz noch gut. Überhaupt war in der Premierensaison der Wurm drin, zumal sich Smirnov (Rücken) und Ding Yi im Spitzenpaarkreuz mit Verletzungen abwechselten. Am Ende stieg Maberzell mit 3:33 Punkten ab.

Frauenholz und sein Team steckten nicht auf, lernten aus Fehlern, stellten sich neu und breiter auf und wagten einen zweiten Anlauf. Mit Erfolg: Seit 2005 gehört der TTC nicht nur ununterbrochen dem Oberhaus an, sondern hat sich zu einer Marke entwickelt, steht für Spitzensport im familiären Umfeld. Europameister, Weltmeister und Olympiasieger geben sich seit Jahren in der Wilmington-Halle ein Stelldichein. Der kleine Dorfverein aus Maberzell mischt im Konzert der Großen mit, sorgte für internationales Flair mit Spielen im ETTU-Cup, dem Europapokal oder der Champions League. Nationalhymnen erklangen in der Wilmington-Halle, zwölf verschiedene Fahne wurden gehisst.

Seit 2005 gehört der TTC Maberzell zu den festen Größen in der Bundesliga

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hat der Mann der ersten Stunde: Stefan Frauenholz – Motor und Herz des TTC gleichermaßen, ohne die Verdienste seiner Führungsriege zu schmälern. Mit Sachverstand und dem nötigen Quäntchen Glück formte und brachte der Steuerfachwirt den Verein von der Bezirksklasse Süd (1988/89) in die Bundesliga – ohne die Bodenhaftung zu verlieren.

Respekt zollt ihm Qing Yu Meng, den Frauenholz 1999 als Spieler holte und der aktuell den Posten des Cheftrainers und Jokers innehat: „Stefan hat zwar selbst nie so hochklassig Tischtennis gespielt. Trotzdem besitzt er enormen Tischtennis-Sachverstand sowohl bei der Spielanalyse als auch bei der Verpflichtung von Spielern.“ Meng hofft, noch lange unter Frauenholz arbeiten zu können, denn: „Ohne Stefan ist es für den Verein schwer, in der Bundesliga zu bleiben.“

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