Stefan Frauenholz (links), Vorsitzender vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, freut sich auf die Saison.
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Stefan Frauenholz (links) freut sich auf die Saison.

Interview mit TTC-Chef

Maberzell plant mit Zuschauern - Vorsitzender Stefan Frauenholz über Etat, Doppel und Saisonplatzierung

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Läuft es nach Plan, hat der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell noch zwei Monate Zeit bis zum ersten Heimspiel in der Tischtennis-Bundesliga. Vorsitzender Stefan Frauenholz (57) hofft, dass der TTC vor Zuschauern spielen wird.

Inwieweit hat Corona die Vorbereitung auf die Tischtennis-Bundesliga behindert?
Einige Termine wie Spielplanbesprechung (6. August), Fototermin und Mannschaftspräsentation (21. August) waren sonst im Juli. 
Sind alle Sponsoren noch an Bord?
Einige Kündigungen sind erfolgt. Firmen wollen für ein Jahr aussetzen oder das Sponsoring wegen Umsatzeinbrüchen oder Liquiditätsproblemen halbieren. 
Wie hoch ist der Etat?
Er beläuft sich wieder auf 450 000 Euro für den gesamten Verein. 90 Prozent sind gedeckt. Das ist für die Coronazeit super. 

TTC-Vorsitzender Stefan Frauenholz: Vor 300 bis 400 Zuschauern sollen Heimspiele stattfinden

Wird Maberzell vor Zuschauern spielen?
Ich gehe davon aus, dass 300 bis 400 Zuschauer in die Wilmington-Halle dürfen. Das entspricht etwa der Besucherzahl bei normalen Heimspielen. Gegen Düsseldorf und bei Highlightspielen waren es 700 bis 800, davon müssen wir uns vorläufig verabschieden.
Wie groß ist der Aufwand für den Verein, das Hygienekonzept umzusetzen?
Vorschläge der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) sehen nummerierte Sitzplätze sowie die Trennung von Ein- und Ausgang vor. Das bedarf erheblich mehr Vorbereitungszeit und ist mit einem höheren Personalaufwand während des Spiels verbunden. Schwierig wird es mit dem  Catering. Da suchen wir nach einer Lösung. 
Wann soll es losgehen?
Laut Rahmenterminplan startet die Liga am 6. September. Wenn unser Wunsch erfüllt wird, hätten wir am 27. September unser erstes Heimspiel. Dann blieben uns noch knapp zwei Monate für die Vorbereitung. 

TTC-Vorsitzender Stefan Frauenholz ist gegen die Doppels im Tischtennis

Die TTBL mit ihren zwölf Vereinen tagt am Donnerstag in Fulda. Dabei geht es auch um die Doppel. Sind Sie dafür oder dagegen?
Ich war schon immer dagegen und maßgeblich an der Abschaffung des Doppels beteiligt. Das System gefällt mir nicht. Es ist ein Todfeind für den Einbau eines Nachwuchsspielers. Fan Bo Meng spielte vergangene Saison regelmäßig gegen die Spitzenleute der Gegner wie Timo Boll oder Patrick Franziska. In diesem System mit Doppel wird fast immer der schwächste Spieler an Position zwei gestellt. Ohne Doppel wird das kein Verein mehr machen, weil der Zweier im Falle eines 2:2-Zwischenstandes ins letzte Einzel muss.
Wie glauben Sie, werden die Vereine entscheiden?
Die meisten Vereine sind vermutlich für das Doppel. Allerdings geht die damalige Argumentation von Bundestrainer Jörg Roßkopf ins Leere, Nationalspielern die Möglichkeiten zu bieten, in der Bundesliga in diesem Spielsystem Wettkampfpraxis zu sammeln. Ich müsste mal nachgucken, ob in den letzten vier Jahren zwei Nationalspieler mal gemeinsam Doppel gespielt haben.  
Wie stark schätzen Sie die Liga ein?
Etwas stärker als vergangene Saison. Es gibt mit Grenzau und Ober-Erlenbach zwei vermeintlich schwache Gegner. Was dann kommt, ist ziemlich gut.
Auf welchem Platz landet Maberzell?
Besser als Rang zehn soll es auf jeden Fall werden. Nach oben nehmen wir mit, was kommt.

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