Der Fokus von Sara Gambetta liegt auf den Olympischen Spielen in Tokio.
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Der Fokus von Sara Gambetta liegt auf den Olympischen Spielen in Tokio. (Archivbild)

Bislang gutes Training

Der Blick ist auf Tokio gerichtet - Sara Gambetta arbeitet auf Olympia hin

  • Angelika Kleemann
    vonAngelika Kleemann
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Der Fokus von Sara Gambetta liegt auf den Olympischen Spielen in Tokio. Ein Etappenziel der 27-jährigen Kugelstoßerin ist die Hallensaison. Alles andere blendet die Rimbacherin aus.

Fulda - Ein wettkampffreies Jahr liegt hinter Sara Gambetta, ein zweites soll nicht folgen. „Ich plane für die Olympischen Spiele, darauf ist das Training ausgerichtet“, stellt sie klar. Dass es wegen der Corona-Pandemie zu einer erneuten Verschiebung oder Absage der Spiele (23. Juli bis 8. August) in Tokio kommen könnte, blendet sie aus - Anders als im März, als die Ungewissheit um Olympia der Kugelstoßerin ein wenig die Motivation nahm.

Die Erklärung dafür ist eine ganz einfache. „Wenn ich Zweifel daran zuließe, wird es mit dem Training nichts und ich müsste mir die Frage stellen: ‚Warum trainiere ich dafür überhaupt?´“ An Diskussionen über den Sinn oder Unsinn von Corona-Maßnahmen beteiligt sich die Lehramtsstudentin nicht.

Kugelstoßerin Sara Gambetta: Den Blick in Richtung Olympischen Spiele in Tokio

„Ich halte mich an die Vorgaben der Regierung und diskutiere nicht rum.“ Sara Gambetta hat einen guten Weg gefunden, mit der schwierigen Situation umzugehen: mit Ruhe und Gelassenheit.

In ihrer Wahlheimat Halle beim dortigen SV läuft die Olympia-Vorbereitung in geregelten Bahnen ab. „In Sachsen-Anhalt dürfen Athleten bis einschließlich Landeskader trainieren. Und als Bundeskaderathletin habe ich überhaupt keine Probleme.“ Das bedeutet keine großartigen Einschränkungen.

Der Weg nach Tokio

Die Olympia-Norm für den Kugelstoßwettbewerb der Frauen beträgt 18,50 Meter und liegt vier Zentimeter über der Bestleistung von Sara Gambetta (2017). Deutschland besitzt drei Startplätze. Die Norm möchte Gambetta möglichst gleich beim Saisonauftakt am 16. Mai in Halle abhaken. Das Olympiaticket ist ihr – mit Blick auf die Weltrangliste – nahezu sicher. Dort nimmt sie mit 1179 Punkten den 15. Platz ein. Die ersten 30 sind vom internationalen Verband aus für die Olympischen Spiele qualifiziert. Die Welt-und Europameisterin Christina Schwanitz (Erzgebirge) ist 3. (1346), Alina Kenzel (Waiblingen) 25. (1130).

Keine Probleme im Training - Sara Gambetta hält weiter am Traum von Olympia fest

Acht Wochen Aufbautraining liegen hinter der WM-13., die in dieser Woche mit dem Krafttraining begonnen hat und gleich mit einem Erfolgserlebnis belohnt wurde. „Der Kraft-Ausgangstest war überraschend gut. Darauf kann ich nun aufbauen“, sagt sie zufrieden. Auf Training in der Sonne muss sie allerdings verzichten. Bis März sei den Athleten eine Auslandssperre auferlegt worden, wodurch sämtliche Trainingslager in wärmeren Gefilden ausfielen. Das stellt für Sara Gambetta kein Problem dar. Nächste Woche sowie im Dezember stehen dafür Trainingslager im Olympiazentrum Kienbaum auf dem Programm – natürlich nur nach Vorlage eines negativen Coronatests.

Langeweile kommt bei Sara Gambetta nicht auf. „Ich studiere nebenbei, das ist eine gute Abwechslung“, sagt sie schmunzelnd. Ihrem Lehramtsstudium für Gymnasium mit den Fächern Sport und Biologie hat die coronabedingte Wettkampfpause sehr gut getan und einen ordentlichen Schub verliehen. „Ich konnte im Sommer viel abarbeiten und zahlreiche Kurse online belegen. Das lief gut“, sagt sie zufrieden.

Nächstes Etappenziel: Die Hallen-DM in Dortmund

Läuft alles nach Plan, liegt eine umfangreiche Hallensaison von Ende Januar bis Anfang März vor der Kugelstoßerin. Drei Wettkämpfe in Deutschland mit der Hallen-DM Ende Februar in Dortmund sowie der Hallen-EM im polnischen Torun (5. bis 7. März) als erstem Saisonhöhpunkt stehen auf dem Programm. Im Freien soll dann Mitte März die Winterwurf-Challenge in Portugal folgen, eine Art Werfer-Europameisterschaft.

Gambettas Bestleistung (18,46 m) datiert aus 2017. Die 19 Meter sollten in diesem Jahr fallen. Dieses Vorhaben musste die Deutsche Meisterin von 2017 auf das kommende Jahr verschieben. Gut durch den Aufbau sei sie gekommen und im Sommer habe sie beim Stoßen ein gutes Körpergefühl gehabt. „Ich bin positiv gestimmt und gespannt, wie es weitergeht“, blickt die Sportlerin aus Schlitz-Rimbach nach vorne. Aus der Ruhe bringen lässt sie sich nicht.

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