Monika Shilinski (links) mit ihrem Tanzpartner Michael Kling.
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Monika Shilinski (links) mit ihrem Tanzpartner Michael Kling.

Monika Shilinski gilt als Talent

Nachwuchstänzerin des TSC Fulda gibt selbst Unterricht - So hält sie sich nun in der Corona-Pandemie fit

  • Laurenz Hiob
    vonLaurenz Hiob
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Monika Shilinski liebt das Tanzen. Und die 14-Jährige lebt es. Selbst tanzen und anderen das Tanzen beibringen. In Corona-Zeiten ist das schwierig. Aber da wird kurzerhand sogar mal auf dem Spielplatz für Aufsehen gesorgt.

Fulda - „Da ist eine ebene Fläche und mit unserer kleinen Box, die wir ans Handy koppeln, haben wir sogar Musik“, berichtet die Neuntklässlerin des Domgymnasiums in Fulda. Alles natürlich unter Beachtung der aktuell geltenden Hygieneregeln. Aber Bewegung muss halt sein. Und Training. Dass die oben am Rand sitzenden Eltern der auf dem Spielplatz herumtollenden Kinder erstaunt zuschauen, gefällt Monika Shilinski. Viel wichtiger sind ihr aber die Abläufe, das Feilen an der Choreographie.

Denn trotz Corona-Krise möchte die Nachwuchstänzerin Fortschritte machen. „Wir wollen nach der Pandemie besser sein als vorher“, sagt die ehrgeizige 14-Jährige und legt die Latte hoch für die nächste Wettkampfsaison – wann immer die starten wird.

TSC Fulda hat mit Monika Shilinski ein großes Nachwuchstalent - Ausruhe gibt es für sie nicht

Ausruhen gibt’s bei ihr nicht. Pausen gönnt sie sich nicht. In der coronafreien Zeit hatte sie mittwochs bis 14 Uhr Schule. Um 15 Uhr war sie in der Halle des Tanzsportclubs Fulda, wo sie bis 19.30 Uhr blieb. Danach noch Hausaufgaben und vielleicht doch noch etwas üben am Klavier.

Das war ihr zwischenzeitlich zu viel, räumt Monika ein. „Aber dann habe ich doch wieder Lust aufs Klavierspielen gekriegt und einfach noch mal angefangen“, berichtet sie. „Für Elise“ ist so ein magisches Stück. „Das kann ich nicht vergessen.“ Und so wurde der Beethoven-Klassiker zur Initialzündung, sich wieder häufiger an das Tasteninstrument zu setzen, zumal Musik im Hause Shilinski großgeschrieben wird.

Monika Shilinski ist das Nachwuchstalent vom TSC Fulda: „Ich könnte überall tanzen“

„Mein Vater Eduard spielt Gitarre, aber eher die rockigen Sachen“, erzählt Monika. So wird es wohl eher nichts mit Hausmusik zum Weihnachtsfest, vermutet sie. Überhaupt wird das schwierig. „Normalerweise feiern wir mit mehr als 20 Personen. Daran ist dieses Jahr ja überhaupt nicht zu denken.“

So ist sie froh, dass das Wetter halbwegs mitspielt und sie einzelne Schrittfolgen entweder auf dem Basketballfeld des St.-Joseph-Spielplatzes an der Scharnhorststraße einstudieren oder sogar bei einer Freundin auf Parkett tanzen kann. „Ich könnte überall tanzen“, sagt Monika mit einem Strahlen im Gesicht, muss dann aber einschränken, dass die Versuche vor Jahren im Esperantobad erfolglos blieben. „Das hat überhaupt nicht funktioniert. Da fehlt der Bodenkontakt, und der Wasserwiderstand stört schon sehr.“

Monika Shilinski vom TSC Fulda hat zunächst mit ihrem Bruder getanzt

Angefangen hat sie in jungen Jahren mit ihrem Bruder Andreas, der inzwischen 17 Jahre alt ist. „Aber wir sind Geschwister, das ist schwierig“, erinnert sich Monika. Ein Glücksfall war Michael Kling, der mittlerweile 15 ist. Seit sieben Jahren tanzt sie bereits mit ihm. „Wir sind beste Freunde, was vieles einfacher macht.“ Im Unterschied zu ihrem Bruder sind die Abläufe bei Michael nicht so angestrengt, erzählt sie. „Er lockert mit seiner unterhaltsamen Art alles auf. Da ergänzen wir uns prima: Bin ich gestresst, sorgt er mit einem Witz für die notwendige Stimmung“, berichtet sie. „Und wenn er sich mal nicht genug anstrengt, dann muss ich ihn eben motivieren.“ Monika will immer wieder Neues lernen. Und immer besser werden. „Denn Tanzen ist mein Leben.“

Die Erfolge geben der 14-Jährigen Recht. Bei den Nordhessischen Tanzsporttagen in Kassel gewannen Kling/Shilinski. Dazu kommen diverse Turniersiege bei nationalen Wettbewerben in ganz Deutschland. Und den weiteren Weg hat die ehrgeizige Nachwuchstänzerin schon abgesteckt. „Am besten irgendwann mal bei Weltmeisterschaften.“ Aber das sei sehr teuer, wegen der Reisen und der teuren Kleider, die dafür nötig seien. Überhaupt sei es bis dahin ein weiter Weg, schränkt sie ein. Deshalb wird sie zumindest für die nächsten Landesmeisterschaften konkreter: „Im ersten Schritt in die Endrunde der besten sechs, sieben Paare“, gibt sie als Marschroute aus und schiebt ohne zu zögern nach: „Und dann aufs Podest.“ Denn das sei erforderlich, um in die nächsthöhere Klasse aufzusteigen. Dieses Ziel ist für Monika obligatorisch. Es klingt nach einem Etappenziel auf einem großen Weg.

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