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Herausforderung Höhenmeter: Sascha Gramm trainiert in der Pfalz für Gebirgslauf in Norwegen

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Von: Sabine Kohl

Sascha Gramm war diesmal in der Pfalz auf einem Traillauf unterwegs. (Archivfoto)
Sascha Gramm war diesmal in der Pfalz auf einem Traillauf unterwegs. (Archivfoto) © privat

Ultraläufer Sascha Gramm hat es diesmal nicht in exotische Gefilde verschlagen. Beim Pfälzer Berglandtrail musste er weder mit tropischer Hitze, extremer Höhenluft noch mit über seinem Kopf hängenden Kobras kämpfen. Die Herausforderung auf den drei Etappen im „Kuseler Musikantenland“ waren andere.

Hainzell - 52 Kilometer mit 1800 Höhenmetern, 49 Kilometer mit 1600 Höhenmetern und zum Schluss 28 Kilometer mit 900 Höhenmetern, so lauten die Etappen des Pfälzer Berglandtrails. Insgesamt 129 Kilometer und 4300 Höhenmeter. Für Ultraläufer Sascha Gramm, der im Februar erst einen sechstägigen Tropenlauf auf Sao Tomé vor der Küste Afrikas absolviert hat, dienten sie vor allem als Vorbereitung auf die nächste Etappe der Continental Challenge.

Dabei handelt es sich um fünf Ultraläufe auf fünf Kontinenten. Drei hat Gramm bereits absolviert – in Australien, Mosambique und Bolivien, durch die größte Salzwüste der Welt –, der nächste steht im Juli in Norwegen auf dem Plan. Beim Ultra Norway Race geht es 140 Kilometer in einem Rutsch durch die Lyngenalpen in Nordnorwegen, dabei sind außerdem 9000 Höhenmeter zu absolvieren.

Ungewohntes Terrain: Ultraläufer Sascha Gramm läuft in der Pfalz statt in den Tropen

Das macht auch der geübte Ultraläufer nicht alle Tage. Denn immerhin ist ja das die große Herausforderung der Continental Challenge: fünf ganz unterschiedliche Rennen in fünf ganz unterschiedlichen Klimazonen und Weltregionen.

Beim Pfälzer Berglandtrail hat sich der Hainzeller dennoch gut geschlagen. Die letzte, kürzeste Etappe konnte er für sich entscheiden. Insgesamt wurde er Dritter mit einer Gesamtzeit von 13:07 Stunden. „Mit dieser Leistung bin ich knapp vier Wochen nach dem Rennen in Sao Tomé und angesichts der Konkurrenz durch die Trail- und Berglaufspezialisten sehr zufrieden“, bilanziert Gramm.

Ungewohnte Konkurrenz: Trailspezialisten laufen Etappenläufer Sascha Gramm davon

Diese seien gerade bei den Bergab-Passagen einfach viel schneller unterwegs gewesen. „Die Trailspezialisten sind nur in den Bergen unterwegs, die sind da einfach viel routinierter und mutiger. Ich bin im unebenen, abschüssigen Gelände etwas vorsichtiger.“ Als Etappenläufer sei es eher seine Stärke, sich an vielfältige Bedingungen anpassen zu können.

Eine Notiz abseits des Laufs: Auf einen Startschuss wurde beim Berglandtrail verzichtet. Eine Geste des Respekts, wegen der aktuellen politischen Lage und da die Laufstrecke direkt an der Stelle vorbeiführte, wo Ende Januar die 24-jährige Polizeianwärterin und ihr 29 Jahre alter Kollege erschossen worden waren. „Die Gegend ist sehr ländlich, jeder kennt jeden. Die Betroffenheit ist sehr groß.“

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