Auch die Yoga-Stunden des Haimbacher SV finden in Corona-Zeiten digital statt. (Symbolfoto)
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Auch die Yoga-Stunden des Haimbacher SV finden in Corona-Zeiten digital statt. (Symbolfoto)

Haimbacher SV

Katze, Kobra, Krieger: „Yoga ist wie ein Kurzurlaub für die Seele“

  • Celina Lorei
    vonCelina Lorei
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„Wir schließen die Augen, bringen die Aufmerksamkeit nach innen und konzentrieren uns auf unserer Atmung. Ganz langsam einatmen und dann wieder ausatmen“ – alle Anwesenden sitzen entspannt auf ihrer Matte oder Decke und folgen den ruhigen Worten der Yogalehrerin.

Haimbach - So beginnt meist jede Yogastunde, um die Teilnehmer, ihren Körper und ihren Geist auf die bevorstehende Stunde einzustimmen. Auch die von Bettina Müller. Die 57-Jährige ist seit mittlerweile 25 Jahren ausgebildete Yogalehrerin und leitet die Yogaabteilung des Haimbacher SV, die sie am 25. März 1996 gründete.

„Yoga ist wie ein Kurzurlaub für Körper und Seele“, erklärt sie. Schon als Jugendliche fängt sie an, sich für die vielseitige Lehre zu begeistern. „Yoga ist viel mehr als nur Entspannung, wie sich das die meisten Menschen vorstellen“, betont sie. Es sei eine Mischung aus Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Entspannung. (Lesen Sie hier: Weniger Sport im Corona-Lockdown: Sportmediziner aus Hünfeld warnt vor Folgen)

Yoga-Stunde beim Haimbacher SV: „Entspannung für Körper und Seele“

Jeden Montag trifft sich ihre Gruppe im Haimbacher Sportlerheim, um sich 90 Minuten lang auf die bevorstehende Woche einzustimmen. Ihre Gruppe, das sind zwölf Männer und Frauen im Alter von 56 bis 89 Jahren. Anderthalb Stunden lang widmen sie sich verschiedenen Praktiken des Yogas. „Mir ist es wichtig, die Stunde abwechslungsreich zu gestalten“, erklärt Müller. Deshalb fokussiere sie sich nicht auf eine bestimmte Auslegung des Yogas, sondern kombiniere verschiedene Richtungen miteinander.

Dabei beginnt jede Yogastunde mit einer Tiefenentspannung, gefolgt von einer Meditation, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Hier kommen Alltagsbegriffe wie die Katze, Kobra oder der Hund ins Spiel. Der Krieger und der Tänzer sind gängige Begriffe bei den Yogis. Es sind nämlich klassische Übungen.

Oft lässt die Yogalehrerin eine Igelball-Massage einfließen, die von einer Geschichte begleitet wird. „Der Ball wandert während der Massage über den ganzen Körper, meist beginnend bei den Füßen und Unterschenkeln. Symbolisch dafür erkundet der Igel in der von mir erzählten Geschichte den ganzen Körper“, erklärt sie. Anschließend werden sogenannte Reinigungsübungen absolviert, die dem Hatha Yoga zuzuordnen sind und die die Entschlackung des Körpers unterstützen sollen.

Doch nicht nur für Erwachsene hält Yoga gute Übungen bereit, erklärt Müller, die sich 1998 zur Kinderyoga-Lehrerin weiterbildete. Schon in jungen Jahren sei Yoga eine wirkungsvolle Methode, die Konzentration zu fördern, die Fitness von Kleinkindern zu steigern und sogar das Selbstbewusstsein zu stärken.

2003 folgte dann die Ausbildung zur Ayurveda-Masseurin. Bei dieser Massage spielen verschiedene Öle eine Rolle. Im Mittelpunkt steht die Zusammenwirkung von Körper, Geist und Seele. Mittlerweile betreibt sie in Haimbach ihr eigenes Studio, mit dem sie ihr Hobby zum Beruf machte.

Dem Yoga will sie aber treu bleiben. „Yoga begleitet mich schon mein Leben lang, ich kann es mir gar nicht mehr ohne vorstellen. Meine Truppe beim HSV ist mir richtig ans Herz gewachsen.“ Doch seit einiger Zeit fällt das gemeinsame Yoga aus bekannten Gründen flach. Im Sommer des vergangenen Jahres nutzte die Gruppe die herrlichen Temperaturen, um am Haimbacher Sportplatz die Yogastunden an der frischen Luft abzuhalten. Sogar die Gymnastikgruppe des Vereins war mit von der Partie.

Doch seit die Temperaturen wieder fielen und die Corona-Bestimmungen nicht gelockert wurden, läuft alles nur noch über Whats-App. In einer gemeinsamen Gruppe stellt die Trainerin immer wieder neue Videos ein, die die Mitglieder zum Nachmachen anregen. „Das ist keine Dauerlösung und vor allem kein Ersatz für die gemeinsamen Stunden. Wir müssen aber versuchen das Beste daraus zu machen“, sagt Müller.

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