Kenenisa Bekele wird am Sonntag beim London-Marathon fehlen.
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Kenenisa Bekele wird am Sonntag beim London-Marathon fehlen. (Archivbild)

Kein Showdown im Männer-Lauf

London-Marathon 2020: Kenenisa Bekele sagt ab - Letzte Chance für Athleten auf Olympia-Quali

  • Ann-Katrin Hahner
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  • Angelika Kleemann
    Angelika Kleemann
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Beim London Marathon 2020 wird ein bekanntes Gesicht fehlen: Mit Kenenisa Bekele hat der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten seine Teilnahme abgesagt. Vonseiten der deutschen Läuferinnen fehlen die Zwillingsschwestern Anna und Lisa Hahner.

London - Den erhoffen Showdown zwischen dem favorisierten Kenianer Eliud Kipchoge und dem Äthiopier Kenenisa Bekele, wird es am Sonntag beim London-Marathon nicht geben. Der dreimalige Olympia-Sieger Bekele teilte am Freitag sowohl über seinen Instagram-Account, als auch über die Veranstalter mit, dass er nicht beim London-Marathon 2020 starten wird.

„Ich bin sehr enttäuscht, dass ich am Sonntag nicht laufen kann. Es war eine schwere Vorbereitung während des Lockdowns“, erklärt Bekele auf Instagram. Und weiter: „Ich war in guter Form, aber dann absolvierte ich zwei schnelle Trainingseinheiten, die zeitlich zu dicht beieinander lagen, und zog mir eine leichte Blessur der Wadenmuskulatur zu“

EventLondon-Marathon 2020
Datum4. Oktober 2020
Ort St. James's Park, London, Vereinigtes Königreich
Austragungseit 1980

London-Marathon 2020: Läuferduell zwischen Kenenisa Bekele und Eliud Kipchoge fällt aus

Doch auch tägliche Behandlung brachten keine Besserung, so dass Äthiopiens Laufheld schweren Herzens seine Absage für den London-Marathon 2020 verkünden musste. Eliud Kipchoge, den Bekele vor einem Jahr beim Berlin-Marathon nur um zwei Sekunden verpasst hatte, dürfte nun am Sonntag kaum zu schlagen sein.

Kurz vor seiner Absage hatte Bekele noch die Sorge geäußert, er könne sich beim London-Marathon vielleicht langweilen - immerhin müssen die Athleten am Sonntag 19 Runden auf der kurzen Strecke durch den St James‘s Park in Lodon zurücklegen.

Deutsche Athletinnen mit gesundheitlichen Problemen: Hahner-Twins sagen ebenfalls ab

„Ich werde am Sonntag nicht an der Startlinie vom London-Marathon stehen. Eine leichte Nierenbeckenentzündung hat mich leider davon abgehalten, dass ich mich in den letzten entscheidenden Trainingseinheiten zu 100 Prozent ausbelasten konnte“, schreibt die 30-jährige Anna (SCC Events Pro Team) online.

Auch Anna Hahner musste die Teilnahme am London-Marathon absagen. (Archivfoto)

Am Montag hätte die Auswertung der Blutwerte gezeigt, dass die Entzündung noch zu stark sei, um überhaupt an eine Teilnahme in London zu denken. „Um Topleistungen zu erzielen, muss man topfit sein. Ich habe alles versucht, doch ein Start am Sonntag ist nicht möglich. Das nervt gerade ziemlich", schreibt die Marathoni ihren Instagram-Followern frustriert.

London Marathon 2020: Letzte Chance für viele Athleten - Läuferin Anna Hahner startet nicht

Für den London-Marathon ist ein Elitefeld von 25 Läuferinnen zugelassen. Anna Hahner strebte die Olympia-Qualifikation an. Um den dritten deutschen Startplatz zu erreichen, wäre eine Zeit unter 2:28:25 Stunden nötig gewesen. Den dritten deutschen Startplatz beansprucht aktuell noch Anja Scherl.

Vor zwei Wochen musste bereits Annas Schwester Lisa ihre Teilnahme am London-Marathon absagen. Eine Entzündung im Darm habe ein zielgerichtetes Training verhindert, gab die Marathoni damals an.

London-Marathon: Arne Gabius will seine Chance auf eine Teilnahme an Tokio 2021 nutzen

Der deutsche Rekordler Arne Gabius betrachtet den London-Marathon als seine letzte Chance für eine Qualifikation zu den Olympischen Spielen.

„Ich denke, eine Zeit zwischen 2:10 und 2:11 Stunden müsste am Sonntag möglich sein“, sagte der Stuttgarter gegenüber der Deutschen Presseagentur. Der 39-Jährige muss die Olympia-Norm von 2:11:30 Stunden unterbieten. Er konnte vor vier Jahren bei den Sommerspielen in Rio wegen einer Verletzung nicht an den Start gehen. Gabius geht davon aus, dass die auf nächsten Sommer verschobenen Tokio-Spiele ausgetragen werden, wenngleich Olympia „sicher anders“ sein werde. „Für mich geht es jetzt aber erst einmal darum, gut in London zu laufen und gut durch den Winter zu kommen“, sagte Gabius.

Favorit bei den Männern ist Olympiasieger Eliud Kipchoge (Kenia), der seit 2015 vier Mal in London gewann und bei den Frauen die Titelverteidigerin Brigid Kosgei (Kenia).

London-Marathon 2020: Alle Infos rund um den Elite-Lauf

Ursprünglich sollte der London-Marathon am 26. April 2020 stattfinden. Wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie wurde der Lauf jedoch auf den 4. Oktober verschoben. Der Marathon wird die Läufer auf einem 2-Kilometer-Rundkurs (19 Mal) durch den St. James‘s Park führen. Zuschauer wird allerdings keine geben.

Der London-Marathon wird mit dem Lauf der Frauen (8 Uhr Deutsche Zeit) starten. Ab 10 Uhr steigen die Männer ins Geschehen. Im Anschluss findet ab 13 Uhr der Rollstuhl-Marathon statt. Einen Massenstart wird es aufgrund der Pandemie nicht geben. Die 45.000 Nicht-Elite-Läufer können dafür für 24 Stunden an einem virtuellen London-Marathon teilnehmen.

Sportfans, die den London Marathon verfolgen wollen, werden im deutschen Free-TV nicht fündig. Auf Plattformen wie „watchathletics.com“ wird wohl ein Stream bereitgestellt, beste Chancen haben Zuschauer mit Zugriff auf die britischen BBC-Kanäle: Sowohl BBC 2 (ab 8 Uhr) als auch BBC 1 (ab 11 Uhr) übertragen den London Marathon. Wer ein Abonnement beim US-Pay-TV-Sender NBC Sports hat, kann das Läufer-Spektakel ebenfalls verfolgen. Im deutschen Fernsehen strahlt das ZDF lediglich am Sonntag um 17.10 Uhr eine Sportreportage aus, die unter anderem einen Bericht zum London-Marathon beinhalten wird.

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