Während des Rad-Zeitfahrens

Skandal bei Olympia 2021: „Kameltreiber“-Spruch live im TV zu hören – Reporter entsetzt

  • Alexander Kaindl
    VonAlexander Kaindl
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Deutschland sammelt bei den Olympischen Spielen Medaillen. Ein Sportdirektor leistete sich beim Rad-Zeitfahren aber einen unfassbaren Spruch.

Tokio - So langsam kommt Team Deutschland bei Olympia* ins Rollen. Zwei Gold-Medaillen stehen am 28. Juli zu Buche, darüber hinaus gibt es eine kleine Flut an Bronze-Medaillen*: Zuletzt jubelten Schwimmerin Sarah Köhler und das Synchronspringer-Duo Patrick Hausding/Lars Rüdiger über Platz drei.

In einer anderen Disziplin sorgte Deutschland aber für einen Skandal, der die Fans hierzulande sprachlos zurücklassen dürfte. Patrick Moster, Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), ist während des Zeitfahrens bei den Olympischen Spielen in Tokio mit rassistischen Anfeuerungsrufen am Straßenrand aufgefallen.

Olympia: Deutscher Sportdirektor mit unfassbarem Spruch beim Zeitfahren

„Hol‘ die Kameltreiber, hol‘ die Kameltreiber, komm“, rief er Nikias Arndt während des Rennens zu. Vor Arndt waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen. Der Spruch ist deutlich im TV zu hören und lässt auch den Reporter fassungslos zurück: „Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben. Aber mal so was von daneben.“

Inzwischen hat sich Moster zu Wort gemeldet: „Es tut mir wahnsinnig leid. Ich kann mich nur für die getätigten Worte entschuldigen“, sagte er dem SID und bekräftigte: „Es ist momentan sehr viel Stress und Hektik, das ist aber keine Entschuldigung. Das darf nicht passieren.“

Patrick Moster: BDR-Sportdirektor entschuldigt sich für „Kameltreiber“-Spruch bei den Olympischen Spielen

Er könne es sich selbst nicht erklären, wie es zu dieser Äußerung gekommen sei, meinte Moster. Auch der DOSB reagierte. „Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben“, sagte Präsident Alfons Hörmann und betonte: „Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat.“ Der DOSB will noch heute das persönliche Gespräch mit Moster suchen und die Situation aufarbeiten.

„Ich bin in keinsterweise gegen ausländische Mitkonkurrenten in rassistischer Absicht oder ähnlichem unterwegs“, erklärte Moster weiter. Er „schätze und achte die Leistungen, die von allen Sportlern hier gebracht werden“. Moster bekräftigte, dass er auch in seinem Bekanntenkreis Freunde mit Wurzeln aus Nordafrika habe. (akl/sid) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Screenshot/ARD

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