Drei Biathleten aus Russland und Litauen stehen unter Doping-Verdacht. Foto: Tobias Hase

Russlands Verband berät über Dopingvorwürfe

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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- Moskau (dpa) - Nach den Dopingvorwürfen gegen drei Wintersportler aus Russland und Litauen hat der Biathlonverband in Moskau eine Sondersitzung des Anti-Doping-Komitees einberufen.

Dabei sollten Experten die Vorwürfe prüfen, teilte der Verband in der russischen Hauptstadt mit. Namen wurden auch von der Russischen Biathlon Union (RBU) nicht veröffentlicht.

Der Biathlon-Weltverband IBU hatte mitgeteilt, dass insgesamt drei Skijäger aus den beiden Ländern wegen positiver A-Proben provisorisch für alle Veranstaltungen unter seiner Regie gesperrt wurden. Die IBU informierte auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), da die Winterspiele in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi vor der Tür stehen.

Die positiven Proben waren bei Kontrollen während der Wettkampfpause zwischen Weihnachten und Neujahr genommen worden. Über die Art der festgestellten Substanz machte die IBU keine Angaben. Über eine endgültige Sperre wird erst nach Öffnung der B-Proben und Anhörung der Athleten entschieden. Die Namen der in den A-Proben positiv getesteten Biathleten waren am Dienstag auch vom Weltverband nicht veröffentlicht worden. Sportler beiderlei Geschlechts sollen unter dem Doping-Verdacht stehen, sie werden in Sotschi wohl nicht um Medaillen kämpfen können.

Der letzte große Doping-Skandal im Biathlon liegt gut fünf Jahre zurück. Damals war das russische Weltklasse-Trio Albina Achatowa, Jekaterina Jurjewa und Dmitri Jaroschenko nach positiven Proben im Dezember 2008 des EPO-Missbrauchs überführt worden. Kurz vor der Weltmeisterschaft 2009 in Pyeongchang war das Trio aus dem Verkehr gezogen worden. Der Biathlon-Weltverband hatte daraufhin die Erweiterung seines Anti-Doping-Testprogramms beschlossen.

"Wir machen unser Programm nicht öffentlich, denn das wäre kontraproduktiv", hatte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch vor einiger Zeit gesagt. "Wir machen mehr Tests als erforderlich. Wir fahren ein gutes Programm, das hat uns auch die WADA bestätigt. Wenn jemand dopt, werden wir ihn finden. Für jeden Sport ist es wichtig, dass man ihn sauber hält."

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