Fotos: Hartmut Zimmermann, LsV-Team Geisa

Point Alpha: Mehr als 300 Traktoren formen die Worte „Wir sind das Land“

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Point Alpha - „Wir wollen gehört werden“. Diese vier Worte waren vielleicht die wichtigste Botschaft, die die 650 Menschen – Bäuerinnen und Bauern und allerhand Menschen aus Dörfern der hessischen, thüringischen und bayerischen Rhön – nach außen transportiert haben, als sie sich am Samstagabend am Point Alpha unweit vom Haus auf der Grenze versammelten.

Verantwortliche der Initiative „Land schafft Verbindung“ (LsV) aus Thüringen und Hessen hatten eingeladen – und die Resonanz war groß: Rund 650 Menschen versammelten sich auf der Wiese, dem Parkplatz, und 330 aufgereihte Traktoren boten ein eindrucksvolles Bild.

„Wir sind der Stachel im Arsch“

Ein überaus harmonisches Bauern-Bild wurde in der Begrüßung in einem lyrischen Text gezeichnet: der Bauer als Bewahrer, als Ernährer, als Schaffer, als Familienmensch. Doch Mark Heubach vom Thüringer LSV stellte ein schroffes Bild dagegen: Die Bauern lebten heute in einer Situation größter Unsicherheit: Ob beim Pflanzenschutz, beim Dünger, bei der Tierhaltung, bei den Preisen – alles sei in Bewegung, nichts sei mehr sicher. Sein Fazit: „Uns ist einfach bange.“ Deshalb sei es wichtig, in die Öffentlichkeit zu gehen, unbequem zu sein. „Wir sind der Stachel im Arsch von Landwirtschaftsministerin Klöckner“, formulierte er drastisch.

Zahlreiche Vertreter der regionalen Politik kamen zu Wort. Er erlebe im Gespräch mit Landwirten Frust, Sorge, auch eine Spur von Verzweiflung, sagte Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU). Politik, Landwirte und Gesellschaft müssten gemeinsam einen Prozess in Gang setzen, der dazu führe, dass die Bauern angemessene Preise für ihre Leistung erzielten. Es gelte, gesellschaftlichen Druck aufzubauen.

Point Alpha sei genau der richtige Ort

Neben Manuela Henkel und Jürgen Hahn, den Verwaltungschefs von Geisa und Rasdorf, sprachen auch die CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk und Martin Henkel aus Thüringen und deren hessische Kollegen Markus Meysner und Thomas Hering. Sie betonten selbstkritisch, sie seien um sich den Fragen nach ihrer bisherigen Politik zu stellen und ermutigten die Landwirte, in ihrem Protest nicht nachzulassen. „Lassen Sie ihren Worten Taten folgen“, mahnte für die LSV-Aktiven aus dem Kreis Fulda Peter Kömpel (Großenlüder) die Politiker. Fuldas Kreislandwirt Emil Funk vom Fuldaer Kreisbauernverband lobte die LsV-Aktiven, sie hätten mit Point Alpha genau den richtigen Ort ausgewählt. / zi

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung finden Sie in der Montagausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.

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