In Thüringen verdient das Gastronomie-Personal nach Gewerkschaftsangaben deutlich weniger als Beschäftigte in anderen Branchen. (Symbolfoto)
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In Thüringen verdient das Gastronomie-Personal nach Gewerkschaftsangaben deutlich weniger als Beschäftigte in anderen Branchen. (Symbolfoto)

Kneipen, Bars und Restaurants

Umfrage der Gewerkschaft: So wenig verdient Gastronomie-Personal im Vergleich zu anderen Branchen

In Thüringen verdient das Personal in Kneipen, Bars, Restaurants oder Hotels nach Gewerkschaftsangaben deutlich weniger als Beschäftigte in anderen Branchen.

Erfurt - Vollzeitbeschäftigte im Gastgewerbe kommen demnach auf ein mittleres Monatseinkommen (Median) von 1763 Euro brutto, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Montag mitteilte. Branchenübergreifend liegt das mittlere monatliche Bruttoeinkommen bei 2699 Euro. Die NGG berief sich auf eine Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet hat.

Diese seien während der Corona-Krise erhoben worden, sagte der NGG-Landesgeschäftsführer Jens Löbel auf Nachfrage. Zum Stichtag 31. März 2021 waren demnach rund 13.000 Menschen im Thüringer Gastgewerbe beschäftigt, außerdem rund 8200 geringfügig Beschäftigte. (Lesen Sie auch: Gastronomen im Kreis Fulda ringen um Personal: „Es geht auf die Knochen eines jeden Einzelnen“)

Thüringen: Gastronomie-Löhne ein Drittel unter denen anderer Branchen

Angesichts der Lohnlücke sei es nicht verwunderlich, dass sich viele Hotel- und Gastronomiebeschäftigte in der Krise einen neuen Job gesucht hätten, sagte Löbel. Viele von ihnen hätten monatelang mit dem Kurzarbeitergeld auskommen müssen, ein Teil sei noch immer darauf angewiesen. Zwar seien die Wirte und Hoteliers ebenfalls stark von der Corona-Pandemie getroffen.

Dennoch müsse nun alles dafür getan werden, Löhne und Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen, verlangte der Gewerkschafter. Fachleute könnten mittelfristig nur mit besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen gehalten werden. Die NGG will in den anstehenden Tarifverhandlungen unter anderem eine Lohnuntergrenze von 13 Euro pro Stunde für die Branche fordern. (dpa)

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