Einen Teil der jährlichen Überschüsse der Thüringer Lottogesellschaft kann die Landesregierung für gemeinnützige Zwecke verteilen.
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Einen Teil der jährlichen Überschüsse der Thüringer Lottogesellschaft kann die Landesregierung für gemeinnützige Zwecke verteilen.

Für Vereine und Projekte

Seit Jahren ein Diskussionsthema: Verteilung der Überschüsse der Thüringer Lottogesellschaft

  • vonAlina Hoßfeld
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Einen Teil der jährlichen Überschüsse der Thüringer Lottogesellschaft kann die Landesregierung für gemeinnützige Zwecke verteilen. Wie das geschieht, ist seit Jahren ein Diskussionsthema.

Erfurt - Debatte um das Thema Lotto: Thüringens Minister sind im Jahr der Landtagswahl 2019 recht unterschiedlich bei der Vergabe eines Teils der Überschüsse der Landes-Lotteriegesellschaft verfahren. Mehr als andere haben das Sozial- und Wirtschaftsministerium nach Zahlen der Staatskanzlei damals Vereine und gemeinnützige Projekte in den Wahlkreisen ihrer Minister Heike Werner (Linke) und Wolfgang Tiefensee (SPD) unterstützt. Werners Ministerium habe etwa 59.000 Euro aus Lotterieeinnahmen an Vereine im Wahlkreis Sömmerda-II gegeben - etwa 13 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel. (Lesen Sie hier: Lottozahlen: Lotto am Samstag – Das sind die aktuellen Zahlen vom 2. Januar).

Aus Tiefensees Ministerium kamen damals den Angaben nach etwa 11,2 Prozent oder 32.000 Euro der ausgereichten Lottomittel in den Wahlkreis Gera-II, in dem sich der SPD-Politiker um ein Direktmandat bewarb.

Verteilung des Überschüsse der Thüringer Lottogesellschaft - Seit Jahren Diskussionsthema

Die Ministerien sowie die Staatskanzlei erhalten in der Regel jeweils eine sechsstellige Summe jährlich als sogenannte Lottomittel, die sie an gemeinnützige Projekte verteilen können. Die Vereine müssen sich um diese Zuwendungen bewerben. Das Geld stammt aus den Überschüssen der Thüringer Staatslotterie. Andere Teile ihrer Überschüsse fließen an den Landessportbund und Sozialorganisationen. (Lesen Sie hier: Lotto-Millionär lässt Frist verstreichen - Das passiert nun mit dem 11,3-Millionen-Euro-Gewinn).

Einen ähnlich großen Anteil Lottomittel wie Werner und Tiefensee reichten Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) mit 11,1 Prozent und Finanzministerin Heike Taubert (SPD) mit 10,7 Prozent an Vereine in den Wahlkreisen in Jena und Greiz aus, in denen sie zur Landtagswahl antraten.

Finanzministerium: „Verwendungszweck steht im Vordergrund“

Nach Angaben eines Sprechers des Finanzministeriums erfolgt die Vergabe der Lottomittel nach festen Regeln. Sie dienten der Förderung kirchlicher, kultureller, sozialer und sportlicher Zwecke oder dem Umweltschutz. „Bei der Entscheidung über die Vergabe von Lottomitteln steht der Verwendungszweck im Vordergrund und nicht, aus welcher Region der Antragsteller stammt“, erläuterte er. Auch die Sprecherin der Staatskanzlei betonte, die Verteilung von Lottomitteln innerhalb Thüringens sei nicht politisch motiviert. „Das Antragsgeschehen ist nicht unmittelbar durch den Politiker beeinflussbar.“ Im Jahr 2020 haben Lotto-Spieler aus Hessen übrigens 13-mal einen Millionengewinn eingefahren. (dpa)

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