Wie süß! Naturschützer zeigen sich zufrieden mit dem Störche-Brutvorkommen 2021 in Thüringen (Symbolfoto).
+
Wie süß! Naturschützer zeigen sich zufrieden mit dem Störche-Brutvorkommen 2021 in Thüringen (Symbolfoto).

Naturschützer-Bericht

Das Werratal im Wartburgkreis bleibt Storchen-Hochburg - was eine Mauseplage damit zu tun hat

Die ersten Jungen sind bereits geschlüpft. Noch bevor die kleinen Störche in der Lage sind, ihre Nester zu verlassen, zeigen sich Naturschützer zufrieden mit dem Brutvorkommen in Thüringen.

Wasungen - Die Zahl der Jungstörche in Thüringen könnte aus Sicht von Naturschützern auch in diesem Jahr wieder gestiegen sein. Das vermuten sie aufgrund etlicher neuer Nester. Zuletzt hatte es am Storchenhorst in Herbstein im Vogelsberg eine glückliche Wendung gegeben, nachdem es dort Ostern zu einer Beinbruch-Tragödie gekommen war.

„Die Zahl der Nester wird auf jeden Fall wieder zugenommen haben dieses Jahr, das kann man schon sagen“, sagte Klaus Schmidt, Vogelexperte beim Umweltverband Nabu. Bereits jetzt seien - zusätzlich zu den alten Nestern, die in der Regel immer wieder besetzt würden - etliche neue Standorte bekannt.

Thüringen: Werratal im Wartburgkreis bleibt Storchen-Hochburg - auch dank Mauseplage

Der Weißstorch-Experte, der maßgeblich an der jährlichen Storchenbilanz des Nabu Thüringen beteiligt ist, ging von mehr als 100 Brutpaaren und Nestern aus. Sein Kollege Klaus Lieder schrieb den Zuwachs der Störche in Thüringen auch den durch Menschen angebrachten Nisthilfen zu. So seien etwa aus Greiz, Schmalkalden-Meiningen und dem Saale-Holzland-Kreis Fälle bekannt, in denen Brutstätten erfolgsversprechend von Weißstörchen angenommen wurden.

Meist lugten gleich vier bis fünf Junge mit ihren Köpfchen aus dem Nest, so Lieder. Storchenhochburg bleibe das Werratal im Wartburgkreis. Neben Nisthilfen richten sich Störche auch gerne auf Scheunen, auf Wohnhäusern und Kirchen ihre Brutstätten ein.

Sturm und Kälte im Mai sowie die Gewitter der vergangenen Tage könnten jedoch auch zu Verlusten in den Nestern geführt haben, befürchtete der Storchenexperte der Umwelt- und Naturschutzorganisation BUND Thüringen, Tom Wey (lesen Sie hier mehr: Unwetter in Thüringen: Gierstädt überflutet - Wasser schießt aus dem Wald).

Video: Tagaktive Segelflieger: Zehn Fakten über Störche

„Störche haben kein wasserabweisendes Gefieder. Die werden dann wirklich pitschenass bis auf die Haut. Und wenn es dann noch kalt ist dazu, dann ist das natürlich schlecht für die Küken“, so Wey.

Sowohl Weißstörche als auch die in Thüringen seltener vorkommenden Schwarzstörche halten ihre Jungen für etwa fünf Wochen im Nest. Bis alle Junstörche ausgeflogen seien und eine Bilanz der Saison vorliege, dauere es noch, hieß es von BUND- und Nabuseite. Bereits 2020 zogen Weißstörche in Thüringen - auch dank der Mäuseplage - so viele Junge auf wie jahrzehntelang nicht. Insgesamt wurden 171 Jungstörche flügge. 2019 waren es 142. (dpa, sar)

Das könnte Sie auch interessieren