Erschossener Flüchtling: Ermittlungen gegen Polizisten eingestellt

04. Februar 2019
FULDA

Im April 2018 hatte ein Polizeibeamter bei einem Einsatz im Münsterfeld einen 19-jährigen Afghanen erschossen. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Staatsanwaltschaft Fulda das Verfahren gegen den Polizisten eingestellt.

Am frühen Morgen des 13. April hatte der Beamte des Polizeipräsidiums Osthessen den Flüchtling mit Schüssen in die Brust getötet, nachdem dieser vor der Bäckerei Pappert in der Flemingstraße im Münsterfed randaliert und einen Lieferanten verletzt hatte. Später attackierte der Flüchtling auch die alarmierten Beamten mit einem entwendeten Schlagstock, woraufhin der Polizeibeamte die tödlichen Schüsse abgab.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und eine Diskussion über den Einsatz der Schusswaffe ausgelöst. Das Hessische Landeskriminalamt (LKA) leitete – wie in solchen Fällen üblich – ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten ein.

Ein halbes Jahr später legte das LKA der Staatsanwaltschaft Fulda seinen Ermittlungsbericht vor. Über den Inhalt machte die Staatsanwaltschaft Fulda damals keine Angaben. Es lag nun an der Behörde, zu entscheiden, ob eine Straftat vorliegt, oder ob der Beamte in Notwehr handelte.

Nun ist eine Entscheidung gefallen: Nach Informationen unserer Zeitung wird die Staatsanwaltschaft Fulda am Dienstag offiziell bekannt geben, dass das Verfahren eingestellt wurde. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk berichtet, das LKA „kam zu dem Schluss, dass der Beamte in Notwehr handelte“.

„Damit ist die Unschuld des Beamten dokumentiert“, hieß es am Montagabend aus Polizeikreisen auf Nachfrage unserer Zeitung.

Sobald die Staatsanwaltschaft sich offiziell geäußert hat, werden wir darüber berichten. / alb

Neues tragisches Detail: Afghane wollte freiwillig zurück in seine Heimat

Das Drama um die tödlichen Schüsse eines Polizeibeamten auf einen offenbar randalierenden 19 Jahren alten Afghanen vor einer Woche im Münsterfeld hat einen neuen tragischen Aspekt erhalten: Der junge Mann hatte wenige Tage vor seinem Tod einen Antrag auf freiwillige Rückkehr in seine Heimat gestellt.

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