Neue Pfarrerin in Neuhof: Anke Haendler-Kläsener ist an Heiligabend doppelt im Einsatz

24. Dezember 2019
Neuhof

Sie ist wieder da – dabei war sie nie so wirklich weg: Anke Haendler-Kläsener (56) hat zum 1. Dezember die Pfarrstelle in Neuhof angetreten. Vor 25 Jahren hatte sie ihre erste Pfarrstelle im Nachbarort angetreten.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanna Wiehe

„Ich habe lange überlegt, es war nicht geplant“, berichtet Anke Haendler-Kläsener über ihre neue Pfarrstelle in der Kaligemeinde. Eigentlich hat die vierfache Mutter eine halbe Stelle als Klinikseelsorgerin im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda. „Doch dann übernahm ich zusätzlich eine Elternzeitvertretung in der Fuldaer Christuskirche, die auf ein Jahr begrenzt war. Da dachte ich, das ist eine gute Gelegenheit, um auszuprobieren, wie das mit einer ganzen Stelle klappt“, erzählt die 56-Jährige.

Und: Es klappte gut. Dann wechselte die Kollegin in Neuhof nach Marburg und der Kirchenvorstand überlegte, die Stelle auf 50 Prozent zu kürzen – „so wurde die Nachfolge für mich eine Option“, erklärt Haendler-Kläsener und fügt hinzu: „Ich wollte aber gern im Herz-Jesu bleiben, das war mir wichtig.“ So arbeitet sie nun wieder Vollzeit – je zur Hälfte im Krankenhaus in Fulda und in der Gemeinde in Neuhof.

Vertrautheit mit den Menschen vor Ort

Anke Haendler-Kläsener lebt seit 1995 in Flieden: „Ich wohne und arbeite sehr gerne hier“, erklärt sie. Die Menschen vor Ort zu kennen, ihnen ein Stück weit vertraut zu sein, das hat sie bewogen, diese Stelle anzutreten. „Gleichzeitig empfinde ich es als wichtig, neugierig und aufgeschlossen zu bleiben.“

Für die 56-Jährige war es etwas Besonderes, gerade in der Vorweihnachtszeit an die neue Pfarrstelle zu wechseln. „Ich bin ein absoluter Weihnachtsmensch“, berichtet sie. Deshalb hat es sie sehr gefreut, am ersten Advent in ihr Amt eingeführt worden zu sein – und dass es nach dem offiziellen Teil einen kleinen Weihnachtsmarkt im Kirchhof gab.

Heiligabend zwei Gottesdienste

„Da habe ich mich sehr willkommen geheißen gefühlt“, berichtet sie. Und obwohl gerade Advent und Weihnachten in der Kirche eine arbeitsreiche Zeit sind: „Es ist mir wichtig, nicht nur auf der Kanzel vom Advent zu sprechen, sondern diese Vorbereitungszeit aufs Fest auch zu leben“, betont sie und erinnert sich an den Rat einer Kollegin: „Versuch da, wo du bist, ganz zu sein.“

Das versucht sie auch am Heiligen Abend umzusetzen. Zwei Gottesdienste wird sie dann halten, um 18 und um 23 Uhr. Trotzdem ist es für sie ein Fest mit der Familie: „Wir essen zusammen Plätzchen und gehen dann zusammen zum Gottesdienst. Danach bescheren wir und singen gemeinsam. Später geht es dann zur Christmette.“

„Gewisse positive Grundanspannung“

Nervös vor ihrem ersten Weihnachtsgottesdienst ist die 56-Jährige nicht: „Natürlich gibt es eine gewisse positive Grundanspannung – aber ich habe ja 25 Jahre Erfahrung.“

Was das Thema ihrer Predigt war, als sie diese 1995 zum ersten Mal in Flieden hielt, weiß sie nicht mehr so genau – „es hatte sicher mit den Anfangen, einem Start an neuer Stelle zu tun“, sagt sie. Und das wird auch in ihrer heutigen Predigt, ein Vierteljahrhundert später, ein Thema sein.

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