Schwammspinner-Raupe auf einem grünen Blatt.
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Sein Hunger bringt nicht selten Kahlschlag: In Masse kann der Schwammspinner dafür sorgen, dass ganze Eichen-Waldstücke blätterlos sind.

Bayern macht Ernst

Mit Pestiziden gegen Raupen von Schwamm- und Eichenprozessionsspinner

Auf 3000 Hektar Eichenwald - unter anderem gelegen in Bad Kissingen - will der Freistaat Bayern in den nächsten Tagen Pestizide gegen Schmetterlings-Raupen einsetzen. Die Raupen fressen die Eichenwälder kahl und gefährden damit deren Existenz, lautet das Argument. Umweltschützer sehen das anders.

Freising – Der Freistaat Bayern will vehement gegen die Vermehrung von Schmetterlingsraupen in den Eichenwäldern vorgehen und gegen den befürchteten Kahlfraß auch Pestizide einsetzen. Entsprechende Hubschrauber-Flüge seien am Montag gestartet worden, teilte der Abteilungsleiter Waldschatz bei der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising, Andreas Hahn, mit.

Raupen des Schwamm- und Eichenprozessionsspinners sind großes Problem

Die starke Vermehrung des Eichenprozessionsspinners hat schon im letzten Jahr dafür gesorgt, dass einige Waldstücke und Spielplätze abgesperrt werden mussten.

„Aus den Vorjahren kann man davon ausgehen, dass der Eichenprozessionsspinner auch 2020 in vielen Regionen Bayerns in sehr hohen Dichten in einigen Eichenwäldern, aber besonders auch an Eichen im Offenland und Siedlungsbereich auftreten wird“, sagt Gabriela Lobinger von der LWF. „Hierzu gehören vor allem die bekannten Befallsgebiete in Mittel- und Unterfranken und Schwaben, aber auch Schwerpunkte in der westlichen Oberpfalz, in Südbayern südlich von München und in Niederbayern.“

Die Klimaerwärmung habe auch die Ausbreitung des Schwammspinners schon in den vergangenen Jahren begünstigt, hieß es seitens der Behörde. „Wir gehen davon aus, dass die Massenvermehrung anhält“, sagte Andreas Hahn von der LWF. Die Raupen des Schmetterlings fressen vor allem die jungen Blätter von Eichen. Treten sie in großer Zahl auf, können sie ganze Waldstücke kahlfressen.

Naturschützer kritisieren „Giftdusche“

Die LWF sieht für 7500 Hektar Eichenwald eine Kahlfraßgefährdung durch Schwammspinner - vor allem zwischen Treuchtlingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) und Bad Kissingen sowie zwischen Haßfurt und Remlingen (Landkreis Würzburg). Auf Teilen der Fläche plant das Landesamt, mit Pflanzenschutzmittel gegen die Raupen vorzugehen.

Der Bund Naturschutz (BN) hat die Pläne massiv kritisiert. „Wir appellieren an Ministerpräsident Markus Söder, die Giftdusche in den Wäldern zu stoppen, wenn er das Insektensterben eindämmen will“, heißt es in einer Mitteilung des BN . Es sei ein Skandal, dass der Freistaat Bayern die Kosten für den Gifteinsatz per Hubschrauber zu 100 Prozent übernehme.

dpa, akh

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