Der ehemalige Bürgermeister Jochen Vogel (von links), HvO-Gründerin Anna-Lena Larbig, Tiziana Di Mari-Jehn und Bürgermeisterin Katja Habersack auf dem Dorfplatz in Motten vor dem neuen Fahrzeug.
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Der ehemalige Bürgermeister Jochen Vogel (von links), HvO-Gründerin Anna-Lena Larbig, Tiziana Di Mari-Jehn und Bürgermeisterin Katja Habersack auf dem Dorfplatz vor dem neuen Fahrzeug.

Feuerroter Dreisitzer

Helfer-vor-Ort-Gruppe in Motten erhält neues Rettungsfahrzeug

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
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Neues Material in der Coronakrise: Die Mottener Helfer-vor-Ort-Gruppe hat in der Zwangspause des Corona-Lockdowns ein neues Fahrzeug gekauft und umgebaut. Seit dieser Woche rücken die ehrenamtlichen Ersthelfer wieder aus. 

Motten - Die Freude war Vertretern der Gruppe und der Rathausspitze in Motten anzusehen, als sie das Fahrzeug kürzlich offiziell in Betrieb nahmen und übergaben. Wegen der strengen Hygiene- und Kontaktregeln fand die Übergabe quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Zukünftig werden die Helfer vor Ort (HvO) in einem gebrauchten VW Golf Sportsvan zu Notfällen im Gemeindegebiet ausrücken. Das Kfz war auch zuvor im Rettungsdienst im Einsatz. Wie Thomas Statt berichtete, war das Vorgängerfahrzeug – ein Audi A4 – in die Jahre gekommen: Reparaturen und Instandsetzungen standen an, die viel Geld gekostet hätten. Zudem war der TÜV im Frühjahr abgelaufen. Er soll veräußert werden, um mit dem Erlös einen Teil der Kosten für das neue Auto zu decken.

10.000 Euro für Rettungsfahrzeug sollen durch Spenden kommen

Nach Auskunft von Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos) ist die Gemeinde für den Kauf mit 20.000 Euro in Vorleistung gegangen. 10.000 Euro davon fließt als Zuschuss aus dem Regionalbudget der Rhönallianz – einem Zusammenschluss unterfränkischer Kommunen, zu dem Motten gehört.

Das übrige Geld soll aus Spenden kommen. Zudem hatte das Rathaus die Zulassung des Pkw übernommen: Weil die Bad Brückenauer Zulassungsstelle keine freien Termine hatte, reiste eine Mitarbeiterin am vergangenen Freitag eigens nach Bad Kissingen.

Neues Rettungsfahrzeug musste umgebaut werden

Darüber hinaus unterstützten zwei ansässige Firmen die HvO-Truppe, weil der VW für die Einsätze umgebaut werden musste. „Das zeigt die Wertschätzung und Akzeptanz der HvO in den drei Ortsteilen“, resümierte Rathauschefin Habersack.

Die Firmen halfen beim Bau von Regalen, die auf einem der zwei Rücksitze und im Kofferraum die Notfallausrüstung aufnehmen: etwa Notfallrucksäcke, Sauerstoffflaschen, Feuerlöscher, Utensilien für die Straßenabsicherung und die Corona-Schutzausrüstung.

Wegen Corona: HvO-Gruppe durfte nicht fahren

Wegen der Corona-Pandemie hatte der Rettungszweckverband die HvO-Gruppe Mitte März quasi außer Dienst gestellt. „Wir durften nicht mehr fahren“, sagt Statt mit Verweis auf eine Gefahrenanalyse.

Mit dem Abebben der Infektionswelle werden die 18 Aktiven zwischen Mitte 20 und Anfang 60 seit Anfang Juni wieder alarmiert, wenn in und um Motten Menschen in Not geraten; etwa weil sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder auf der Straße, im Haus oder Garten einen Unfall haben.

HvO-Gruppe ist seit 2016 aktiv

Die Helfer vor Ort waren 2016 an den Start gegangen, um die sogenannte Hilfsfrist einzuhalten: Weil der reguläre Rettungsdienst nur selten innerhalb von zehn Minuten nach Eintreffen eines Notrufs in Motten sein kann, unterstützen ehrenamtliche Rettungskräfte.

Die Gruppe ist montags bis freitags von 20 bis 6 Uhr sowie an Wochenenden und feiertags ganztags alarmbereit und ist formell eine Abteilung der Feuerwehr.

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