Nach Messerattacke in Würzburger Innenstadt
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Bei dem gewaltsamen Angriff eines Flüchtlings in Würzburg auf Passanten gab es viele Opfer. (Archivbild)

Zu hoher Betrag

Mädchen verliert Mutter bei Würzburger Messerattacke - Überweisung der Spenden „kompliziert“

Bei der Messerattacke in Würzburg hat ein Mädchen seine Mutter verloren. Daraufhin gab es viele Spenden für die Betroffene. Doch bei der Überweisung gibt es einige Probleme.

Würzburg - Vor etwa vier Monaten hat ein Mädchen bei der Messerattacke eines Mannes in Würzburg auf Passanten seine alleinerziehende Mutter verloren. Seither sind bei einer Spendenaktion eines gemeinnützigen Vereins mehr als 200.000 Euro für das Kind zusammengekommen. „Es hätte von uns kein Mensch gedacht, dass die ganze Republik darauf einsteigt und es so toll angenommen wird“, sagte die zweite Vorsitzende der Organisation „Würzburg zeigt Herz“, Judith Jörg, der Deutschen Presse-Agentur.

„Unser Auftrag ist es nun, das Geld an das Mädchen zu überweisen“ - doch das sei kompliziert. Denn bei einem derartig hohen Betrag würde die Schülerin wohl ihre Sozialleistungen verlieren und müsse das Geld auch versteuern. Daher bespreche der Verein derzeit mit dem Finanzamt und Steuerberatern, wie man den Fall rechtssicher gestalten könne.

Messerattacke in Würzburg: Mädchen verliert Mutter - Probleme bei Spenden

Den Angaben nach kommen die Spender aus ganz Deutschland. Darunter seien etwa Privatpersonen, die 5 Euro gäben, aber auch Firmen, die 25.000 Euro überwiesen. Der Verein sammelt aber nicht nur für das Mädchen, sondern grundsätzlich für Kinder und Familien, die Schicksalsschläge erlitten haben. Und damit natürlich auch für die anderen Opfer der Messerattacke vom 25. Juni. Für diese sei aber bei weitem nicht so viel Geld zusammengekommen wie für das Mädchen, sagte Jörg.

Spenden

Das Spendenkonto ist: Empfänger: Verein «Würzburg zeigt Herz», Kreditinstitut: Sparkasse Mainfranken, IBAN: DE37 7905 0000 0048 8375 20, BIC: BYLADEM1SWU

Der mutmaßliche Täter, ein in Würzburg (Unterfranken) lebender Somalier, hatte am Tattag aus bisher unbekanntem Grund auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen eingestochen. Drei Frauen starben, fünf Menschen wurden lebensgefährlich verletzt - darunter das damals elf Jahre alte Mädchen, das seine 49 Jahre alte Mutter verlor. Zudem gab es vier Leichtverletzte. Die Ermittler gehen auf Basis eines ersten psychiatrischen Gutachtens davon aus, dass der Mann zur Tatzeit möglicherweise schuldunfähig war. Ein weiteres Gutachten steht noch aus.

Nach Angaben des Landratsamtes Würzburg lebt die Schülerin inzwischen mit Vater und Bruder zusammen - wo, bleibt geheim. „Das Mädchen wünscht sich vor allem Normalität und möchte nicht erkannt werden“, teilte eine Sprecherin mit. (dpa)

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