Helfer in der Not: Ein Rollstuhlfahrer hat am Mittwoch den Besuchsweg zu einem Freund unterschätzt. Die Polizei Unterfranken half aus und schob den Mann bis zum Ziel.
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Helfer in der Not: Ein Rollstuhlfahrer hat am Mittwoch den Besuchsweg zu einem Freund unterschätzt. Die Polizei Unterfranken half aus und schob den Mann bis zum Ziel.

Autofahrer besorgt

Hitze setzt Rollstuhlfahrer zu: Polizist schiebt Mann einen Kilometer weit zu seinem Freund

  • Ann-Katrin Hahner
    VonAnn-Katrin Hahner
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Dieser Besuch wäre beinahe gescheitert: Ein Rollstuhlfahrer aus Amorbach (Unterfranken) machte sich am Mittwochabend über eine Kreisstraße auf den Weg zu einem Freund. Allerdings hatte er die Strecke und die Hitze unterschätzt. Zum Glück war die Polizei rechtzeitig zur Stelle.

Amorbach/Weilbach - Die Polizei in Unterfranken ist für ihre rege Aktivität auf Social-Media bekannt. Vor allem der Instagram-Account der Beamten, auf dem sie regelmäßig Begebenheiten aus dem Dienstalltag posten, erfreut sich mit mehr als 14.000 Abonnenten großer Beliebtheit.

Auf dem Instagram-Account fand sich auch eine kuriose Meldung vom Mittwoch, bei der ein Polizist der Dienststelle Miltenberg ganzen Einsatz leisten musste. Wie Polizeisprecher Philipp Hümmer auf Nachfrage bestätigt, hatten sich am Mittwoch gegen 19 Uhr mehrere Verkehrsteilnehmer telefonisch gemeldet und sich besorgt über einen Rollstuhlfahrer auf der Kreisstraße zwischen Amorbach und Weilbach geäußert.

Unterfranken: Polizist schiebt Rollstuhlfahrer einen Kilometer weit zu seinem Freund

Eine Streife machte sich sofort auf den Weg, und es dauerte nicht lange, bis sie den Mann auf der entsprechenden Strecke ausfindig machte. Vor Ort erfuhren die Streifenpolizisten auch den Grund für die wagemutige Fahrt des Mannes: Er hatte geplant, einem Freund im Nachbarort Weilbach einen Besuch abzustatten.

Die harmlose Unternehmung entpuppte sich aber schon bald als zu viel für den Rollstuhlfahrer. Neben der Länge der Strecke - die Kreisstraße zwischen den beiden Orten ist drei Kilometer lang - machte vor allem die Wärme dem Mann zu schaffen. „Außerdem schien ihm der sichere Fußgängerweg, der die Orte verbindet, nicht geläufig“, erklärte die Polizei.

Die Polizei Unterfranken hatte im vergangenen Jahr schon einmal einer Person in Not beigestanden. Damals war einer 93-jährigen Frau bei einem Friedhofsbesuch das E-Bike gestohlen worden. Die Beamten zauberten der Seniorin aber wieder ein Lächeln aufs Gesicht.

Polizeistreife aus Miltenberg hilft Rollstuhlfahrer - Von Amorbach nach Weilbach

Doch wie den Mann sicher an seinen Zielort bringen? Der Rollstuhl passte nicht in den Streifenwagen und ein größeres Fahrzeug zu organisieren, hätte länger gedauert, erklärte die Polizei auf ihrem Instagram-Account. Also wurde einer der Polizisten kurzerhand selbst tätig.

Zu Fuß schob der Beamte den Mann den restlichen Kilometer der Kreisstraße in Richtung Weilbach, während sein Kollege den ungewöhnlichen Transport mit dem Streifenwagen bis ans sichere Ziel begleitete.

Auf dem Instagram-Account der Polizei Unterfranken überschlagen sich die Nutzer mit Lob für den Einsatz der Polizisten. „Ihr seid super!“, schreibt ein Nutzer. Ein weiterer vermutet: „Der Rollifahrer war glücklich und hatte einen tollen Nachmittag.“ „Ich feier euch für diese Aktion“, lobt ein anderer.

Erst kürzlich hatten die Beamten einem Mädchen (1) aus Unterfranken geholfen. Die Kleine hatte ihre Puppe verloren. Erst eine „Fahndung“ durch die Polizei Unterfranken vereinte Mädchen und Puppe wieder miteinander.

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