Hubschrauber in der Luft.
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Der 19-Jährige zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Rettungshubschrauber flog den Fahrer in eine Klinik. (Symbolbild)

Vier Beschuldigte im Visier

Nach tödlichem Motorradunfall: Ermittlungen wegen verbotenen Rennen 

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall in Kirchzell im Landkreis Miltenberg haben Ermittlungen der Polizei nun ergeben, dass sich der Unfall offenbar im Rahmen eines illegalen Kraftfahrzeugrennens zugetragen hat. In diesem Zusammenhang hat die Polizei am Mittwoch vier Wohnungen durchsucht.

Update vom 18. Juni, 14.35 Uhr: Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gehörten die beiden Unfallbeteiligten einer fünfköpfigen Gruppe an, die sich des Öfteren zu Motorradrennen auf unterschiedlichen Strecken verabredet hatte, berichtet das Polizeipräsidium Unterfranken in einer Pressemitteilung. „Von den Rennen wurden mittels Handy und Helmkameras Bilder und Videos gefertigt. Entsprechende Aufnahmen stellte die Polizei als Beweismittel sicher“, heißt es weiter.

Ein derartiges, illegales Kraftfahrzeugrennen hätte nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen offenbar auch am Unfalltag auf der Kreisstraße MIL 42 bei Kirchzell statt gefunden. Zwei 19-Jährige sollen die Strecke mit Geschwindigkeiten von teils über 170 Stundenkilometern in wechselnder Fahrtrichtung befahren haben. Ein Rennteilnehmer, der selbst mit seiner Helmkamera filmte, sei offenbar nach einem Überhohlmanöver in den Gegenverkehr geraten.

Bildaufnahmen vom tödlichen Unfall

Dort sei es zur Kollision mit dem entgegenkommenden 24-Jährigen gekommen, die auf tragische Weise tödlich endete. Obwohl sich alle Unfallbeteiligten kannten, sei nach derzeitigem Ermittlungsstand davon auszugehen, dass der Verstorbene an dem Rennen der beiden 19-Jährigen nicht beteiligt gewesen war. Zwei weitere 18- und 19-Jährigen sollen vom Streckenrand aus Bildaufnahmen von dem tödlich endenden Motoradrennen gefertigt haben.

Illegale Motorradrennen: Ermittlungen gegen vier Männer

In Zusammenhang mit dem tödlichen Verkehrsunfall und weiteren gefährlichen Fahrmanövern, die in der Vergangenheit stattgefunden hatten, ermittele die Polizeiinspektion Miltenberg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg nun gegen insgesamt vier junge Männer aus dem Landkreis Miltenberg wegen der Beteiligung an verbotenen Kraftfahrzeugrennen.

Polizei durchsucht Wohnungen der Beschuldigten

Für die Wohnungen der Beschuldigten hatte die Staatsanwaltschaft richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, die im Laufe des Mittwochs vollzogen wurden. Dabei stellten die Polizeibeamten Beweismaterial in Form von Speichermedien sicher. Darüber hinaus seien die Motorräder und Führerscheine der beiden 19-Jährigen beschlagnahmt worden, die an dem tödlich endenden Rennen am Unfalltag beteiligt gewesen sein sollen.

Schwerer Motorradunfall im Landkreis Miltenberg: 24-Jähriger stirbt an Unfallstelle

Erstmeldung vom 30. Mai, 9.05 Uhr: Kirchzell - Gegen 18.30 Uhr war die Gruppe von fünf jungen Männern mit ihren Motorrädern im Bereich Kirchzell auf der bekannten Motorradstrecke zwischen Preunschen und Mudau unterwegs. „Zwei der Männer kollidierten nach aktuellem Stand der Ermittlungen in einer Kurve und stürzten mit ihren Maschinen“, teilte das Polizeipräsidium Unterfranken mit.

Der 24-Jahre alte Fahrer einer Kawasaki zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Der junge Mann aus dem Landkreis Miltenberg starb trotz aller Bemühungen des Notarztes an der Unfallstelle. Der 19-Jährige, der aus dem Raum Miltenberg stammt, zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Rettungshubschrauber flog den Fahrer in eine Klinik.

Die genauen Umstände des Unfalles sind derzeit noch unklar, die Miltenberger Polizei hat die Ermittlungen übernommen und hat bereits erste Untersuchungen eingeleitet. Auch ein Sachverständiger war zur Unterstützung der Polizeibeamten vor Ort.

Für die Unfallaufnahme und die Reinigung der Fahrbahn war eine Vollsperrung in beide Fahrtrichtungen bis etwa 22 Uhr notwendig. Neben den örtlichen Feuerwehren aus Kirchzell und Preunschen waren auch ein Notfallseelsorger und ein Kriseninterventionsteam im Einsatz.

sec

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