Zahlreiche Menschen versammelten sich in Bayern, um gegen die geltenen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren
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Nach einer Versammlung von Impfgegnern in Unterfranken wurden zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt. (Archivbild)

Polizist verletzt

Haftstrafen nach Corona-Protest: Demonstranten attackieren Beamte und zünden Polizeiauto an

Zwei Männer haben bei einer Protestaktion gegen Corona-Maßnahmen in Unterfranken Polizisten angegriffen. Die beiden wurden festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt.

Schweinfurt - Gegen 19.45 Uhr mussten Einsatzkräfte der Polizei bei einer unangekündigten Versammlung von sogenannten Impfgegnern eingreifen, um auf dem Marktplatz in Schweinfurt unter anderem auf das Abstandsgebot unter den Demonstranten hinzuwirken, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Schweinfurt. In der Spitze beteiligten sich zwischen 1800 und rund 2000 Personen an dem Corona-Protest.

Aus einer Personengruppe heraus griff ein Mann plötzlich Beamte in einer Polizeikette an. Hierbei versetzte der Angreifer einem Polizisten einen Faustschlag ins Gesicht. Dadurch erlitt der Beamte eine stark blutende Platzwunde, die im Anschluss ärztlich versorgt werden musste. Der Angreifer tauchte nach dem Angriff in der Menschenmenge unter. Wenig später gelang es weiteren Einsatzkräften, einen 27-Jährigen als Tatverdächtigen zu identifizieren und vorläufig festzunehmen.

Unterfranken: Haftstrafen nach Corona-Protest - Polizisten angegriffen

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurde der 27-Jährige am Montag am Amtsgericht Schweinfurt vorgeführt. Ein Richter verurteilte den 27-Jährigen aus dem Landkreis Schweinfurt noch am Montagvormittag im Rahmen des Gerichtsverfahrens zu 8 Monaten Freiheitsstrafe, die unter der Auflage einer Zahlung von 3500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Etwa zur gleichen Zeit wollten Einsatzkräfte an anderer Stelle des Marktplatzes die Identität eines Mannes feststellen, der trotz Alkoholverbot im Innenstadtbereich Alkohol getrunken haben soll. Der Mann begann sich massiv dagegen zu wehren und versuchte mehrfach mit dem Fuß gegen die Köpfe der Einsatzkräfte zu treten. (Lesen Sie hier: Fakten statt Fabeln: Was Statistiken über die Corona-Pandemie verraten)

Auch dieser Mann wurde vorläufig festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Montag am Amtsgericht Schweinfurt vorgeführt. Auch hier wurde noch am Montagvormittag durch den Richter ein Urteil gegen den 29-Jährigen gesprochen. Der Schweinfurter wurde zu 6 Monaten Freiheitsstrafe, die unter der Auflage einer Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt.

Corona-Protest: Demonstranten versuchen Polizeiauto anzuzünden

Außerdem zogen sich zwei Demonstranten aus der Menschenmenge zurück und liefen in die Metzgergasse. Am Rathaus stand zu diesem Zeitpunkt ein Zivilfahrzeug der Schweinfurter Polizei, das aufgrund einer Polizeikelle auf dem Armaturenbrett auch eindeutig als solches zu erkennen war. Einer der beiden Männer ging zielgerichtet auf den Wagen zu und versuchte diesen mittels mitgebrachtem Brandbeschleuniger in Brand zu setzen, der andere hielt seinem Komplizen den Rücken frei.

„Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei, die auf das verdächtige Verhalten aufmerksam wurden, gelang es, das noch in der Entstehung befindliche Feuer zügig zu löschen und so Schlimmeres zu verhindern“, heißt es weiter. Dennoch entstand an dem Dienstfahrzeug deutlicher Sachschaden. Die beiden Männer wurden daraufhin vorläufig festgenommen.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurden die 30- und 34-jährigen Tatverdächtigen am Montagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen den 34-Jährigen aus dem Landkreis Schweinfurt wurde Haftbefehl wegen versuchter Brandstiftung, versuchter Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel, Landfriedensbruch und vorsätzlichen Führens einer Waffe erlassen.

Video: Rund 500 Festnahmen bei Protest gegen Corona-Regeln in Berlin

Gegen seinen Komplizen, ein 30-jähriger Landkreisbewohner, erließ der Ermittlungsrichter ebenfalls Untersuchungshaftbefehl wegen versuchter Brandstiftung, versuchter Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und Landfriedensbruchs. Die beiden Beschuldigten wurden im Anschluss Justizvollzugsanstalten überstellt. (Lesen Sie auch: Polizei stellt bei Durchsuchungen in Unterfranken gefälschte Corona-Impfpässe sicher)

„Auch zukünftig werden Polizei und Justiz konsequent gegen Straftäter vorgehen“, heißt es in der Mitteilung. In diesem Zusammenhang appelliert die Polizei an Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Versammlungen, sich deutlich von aggressiven Personen und Krawallmachern abzugrenzen. Protest im Rahmen der öffentlichen Meinungskundgabe muss stets friedlich sein und sich daher deutlich von Aggression und Gewalt abgrenzen. Personen, die im Rahmen einer Versammlung Straftaten begehen, werden konsequent rechtstaatlicher Strafverfolgung zugeführt. (ah)

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