In Unterfranken wird gegen einen Mann ermittelt, der Impfpässe mit Corona-Impfnachweisen gefälscht und verkauft haben soll. (Symbolfoto)
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In Unterfranken wird gegen einen Mann ermittelt, der Impfpässe mit Corona-Impfnachweisen gefälscht und verkauft haben soll. (Symbolfoto)

Mit Corona-Stempeln

Gefälschte Impfpässe hergestellt und verkauft: Behörden ermitteln gegen 42-Jährigen

  • Leon Schmitt
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Die Behörden in Unterfranken ermitteln gegen einen 42-Jährigen, der gefälschte Impfpässe mit Corona-Stempeln hergestellt und verkauft haben soll. Der Mann hat ein bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Unterfranken - Der 42 Jahre alte Mann, der aus der Region Main-Rhön stammt, steht im dringenden Tatverdacht, gefälschte Impfpässe hergestellt und sie über einen Messenger-Dienst zum Verkauf angeboten zu haben. Das berichten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Mittwoch.

Der Tatverdächtige war bereits Ende Mai in den Fokus der Ermittler geraten, weil er „über einen Messenger-Dienst unter einem Pseudonym gefälschte Impfpässe zum Verkauf angeboten hatte“, heißt es in der Mitteilung der Behörden. Die Kriminalpolizei Schweinfurt konnte den damals noch unbekannten Anbieter später identifizieren. (Lesen Sie auch: 300 falsche Masken-Atteste? Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt gegen Ärzte)

Unterfranken: 42-Jähriger stellt gefälschte Impfpässe mit Corona-Stempeln her

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 42-Jährigen stellten die Beamten einen gefälschten Impfpass sicher, der auf den Tatverdächtigen ausgestellt worden war. Darüber hinaus räumte der Mann ein, weitere gefälschte Impfpässe selbst hergestellt und verkauft zu haben. In diesen Impfpässen seien Corona-Impfnachweise vermerkt, bestätigte Polizeisprecher Björn Schmitt auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie viele Impfpässe der 42-Jährige gefälscht hat, stehe noch nicht fest. Gegen ihn läuft nun ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung.

Polizei und Staatsanwaltschaft weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht nur die Herstellung und der Verkauf, sondern auch die Nutzung von gefälschten Impfpässen strafbar ist.

Video: Impfpässe im Darknet bestellen: LKA warnt vor schweren Folgen

Zur Herstellung gefälschter Impfpässe nutzen Kriminelle sensible Daten von Original-Bildern, die von tatsächlich Geimpften oft in Sozialen Medien verbreitet werden. Daher raten Polizei und Staatsanwaltschaft: „Veröffentlichen Sie bitte keine Bilder von Ihrem Impfausweis über Messenger-Dienste oder soziale Medien. Betrüger könnten anhand solcher Bilder gefälschte Impfausweise anfertigen oder dem Paul-Ehrlich-Institut falsche Nebenwirkungen melden!“

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