Die Polizei hat das Bargeld beim Tatverdächtigen sichergestellt.
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Die Polizei hat das Bargeld beim Tatverdächtigen sichergestellt.

Dreiste Masche

Rentner übergibt 200.000 Euro an Telefonbetrüger: Geschädigter hat Glück im Unglück

  • Leon Schmitt
    VonLeon Schmitt
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Mit einer dreisten Masche hat ein Trickbetrüger einem Senior in Unterfranken 200.000 Euro abgeknöpft. Die Polizei hat den 18-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Unterfranken - Am Donnerstagmittag hatte das Telefon eines älteren Ehepaars im Landkreis Bad Kissingen geklingelt, berichtet das Polizeipräsidium Unterfranken: „Die dreiste Anruferin versetzte die Senioren in Angst und Schrecken und gaukelte ihnen vor, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe“. Deshalb sei von Seiten der Staatsanwaltschaft und eines Richters eine Kaution in Höhe von 200.000 Euro festgelegt worden.

Nachdem sich der Rentner bereit erklärt hatte, für die Kaution aufzukommen, wurde eine Übergabe vereinbart. Der Mann wurde aufgefordert, das Geld an einen „Polizeikurier“ zu übergeben. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Anruf übergab der Senior das Geld, das er zuvor in einer Plastiktüte verpackt hatte, an einen Abholer. Die Übergabe fand unmittelbar vor der Wohnadresse der Geschädigten statt. (Lesen Sie hier: Unterfranken: Drogen-Dealer fliegt auf - Strafe nicht bezahlt)

Unterfranken: 200.000 Euro! - Rentner fällt auf dreisten Betrüger rein

„Erst nach einem weiteren Telefonat mit seiner richtigen Tochter wurde dem Rentner klar, dass er Betrügern aufgesessen war“, teilt die Polizei mit. Der Rentner habe daraufhin sofort die Beamten verständigt. Nach Eingang des Notrufs haben die Polizisten mit mehreren Streifenwagen nach dem Betrüger gefahndet.

Wenig später kontrollierten Beamte der Kriminalpolizei bei Poppenhausen im Landkreis Schweinfurt gegen 15 Uhr einen Mann, „auf den die Täterbeschreibung zutraf“, heißt es in der Mitteilung. Die Ermittler stellten bei dem Verdächtigen auch die gesamte Bargeldsumme sicher, die der Rentner zuvor übergeben hatte.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen 18-Jährigen aus Osteuropa, der in Deutschland offenbar keinen Wohnsitz hat. Er wurde vorläufig festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt am Folgetag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs anordnete. Der 18-Jährige sitzt seither in einer Justizvollzugsanstalt ein.

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