Für den Tod mehrerer Schafe und Ziegen an Orten im Süden und Norden in Bayern - genauer im Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken - sind Wölfe verantwortlich. Das Bild zeigt einen jungen Wolf in der Döberitzer Heide (Symbolfoto).
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Für den Tod mehrerer Schafe und Ziegen an Orten im Süden und Norden in Bayern - genauer im Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken - sind Wölfe verantwortlich. Das Bild zeigt einen jungen Wolf in der Döberitzer Heide (Symbolfoto).

Unweit der Grenze zu Hessen

Umweltamt bestätigt Wolfsangriff in der Rhön - Mehrere Schafe und Ziegen gerissen

Für den Tod mehrerer Schafe und Ziegen an Orten im Süden von Bayern, aber auch in Unterfranken im Landkreis Rhön-Grabfeld sind Wölfe verantwortlich. 

Update vom 13. November, 21.17 Uhr: Zu dem durch genetische Untersuchungen bestätigten Wolfsriss im Landkreis Rhön-Grabfeld ist es nach Informationen unserer Zeitung bei einem Schafhalter in Oberelsbach-Ginolfs unweit der Landesgrenze zu Hessen gekommen. Gerissen wurden dort zwei Ziegen und ein junges Schaf. Von der Ziege wurde wohl nur noch der Kopf gefunden.

Erstmeldung vom 13. November, 17.21 Uhr: Rhön - Genetische Untersuchungen hätten diesen Verdacht bestätigt, teilte das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg am Freitag mit. In den oberbayerischen Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sowie in Unterfranken im Landkreis Rhön-Grabfeld hätten Wölfe am 30. Oktober und 1. November insgesamt acht Schafe und zwei Ziegen gerissen.

Rhön: Umweltamt bestätigt Angriff von Wolf

Ein weiteres Schaf sei wegen schwerer Verletzungen durch den Angriff eingeschläfert worden. Das sagte ein Sprecher der Behörde. Bei den Fällen im südlichen Oberbayern sei der Wolf „der alpinen Population zuzurechnen“, teilte das Landesamt für Umwelt mit.

Im Landkreis Rhön-Grabfeld handle es sich nach Umwelt-Angaben um ein Tier aus der „zentraleuropäischen Population“. Details sollen weitere Gen-Analysen liefern. Um ihre Nutztiere in den betroffenen Regionen vor Angriffen durch Wölfe zu schützen, können Halter dort Fördergelder zum Beispiel für Elektrozäune und mobile Ställe beantragen.

Die bayrische Rhön gilt zum Stichtag 1. Mai 2021 nicht mehr als eine Wolf-Region mit mindestens einem standorttreuen Tier. Zuvor war das anders. In dem Landkreis war im Juli 2018 der erste genetische Nachweis eines weiblichen Wolfes aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation gelungen. Im Februar 2020 gab es aber den bis dato letzten Nachweis von Wolf „GW1069f“.

„GW“ steht für „German Wolf“ und das „f“ am Ende für das englische „female“ (=weiblich). Ob es sich bei dem aktuellen Nachweis wieder um „GW1069f“ handelt oder um ein anderes Tier - dazu machte das Bayerische Landesamt für Umwelt vorerst keine Angaben (lesen Sie hier mehr: „Den Wolf werden wir nicht mehr los“ - Experte plädiert für Herdenschutz in der Rhön).

„Eine weitergehende Analyse des gewonnenen Genmaterials soll Aufschluss über Geschlecht und mögliche Herkunft bringen“, teilte Maria Hußlein, Pressesprecherin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, in einer Pressemitteilung auf der Homepage der Behörde dazu mit.

Video: Erstmals Nachwuchs bei hessischen Wölfen

„GW1069f“ - ein sich bis dato unauffällig verhaltenes Tier, das sich wohl ausschließlich von Wildtieren ernährt - war in Unterelsbach, aber auch auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken nachgewiesen worden. Auch dazu, wo es genau jetzt zu dem Wolfsriss in Unterfranken gekommen war, gab es keine Informationen.

Einen großen Schreck hatte im Oktober 2021 unterdessen ein vermeintlicher Wolf im Garten einer Frau aus Schlüchtern-Elm im Main-Kinzig-Kreis in Hessen hinterlassen. Nach einer Haaranalyse durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist nun klar: Der vermeintliche Wolf war ein Hund. (dpa, sar)

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