Der 50-Jährige hatte 36 Tierhäute vor dem Feuerwehrhaus abgelegt.
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Der 50-Jährige hatte 36 Tierhäute vor dem Feuerwehrhaus abgelegt.

„Felle-Fall“ geklärt

Stinkende Tierhäute vor Feuerwehrhaus: Das steckt dahinter

Der Fall der stinkenden Tierhäute vor einem Feuerwehrhaus in Unterfranken ist geklärt. Der Besitzer der Felle hat sich bei der Polizei gemeldet und den Beamten erklärt, was er mit ihnen vor hatte.

Bad Brückenau - Wie fuldaerzeitung.de bereits berichtete, waren in der vergangenen Woche vor dem Feuerwehrhaus im Bad Brückenauer Ortsteil Wernarz 36 Tierfelle ausgelegt worden. Die Häute lagen dort über mehrere Tage und wurden schließlich von der Stadt entsorgt, weil sie angefangen hatten zu riechen.

Nun teilte die Polizei in Unterfranken mit, dass sich ein 50-jähriger Mann, der in der Nähe des Feuerwehrhauses wohnt, bei den Beamten gemeldet hat. „Er fragte nach dem Verbleib seiner Felle, die er für die Fertigung von Musikinstrumenten benötigt“, heißt es in dem Bericht der Polizei.

Unterfranken: Stinkende Tierfelle vor Feuerwehrhaus - Das steckt dahinter

Der Mann habe die Felle vor Jahren geschenkt bekommen und zu Hause aufbewahrt. Nach einem Wasserschaden habe er vergeblich versucht, die Rinderhäute trocken zu bekommen. Das Ausbreiten auf einer Wiese brachte dem 50-Jährigen keinen Erfolg, denn die Wiese wurde am Morgen spät trocken und am frühen Abend schon wieder taufeucht. So war der Mann auf die Idee gekommen, die Felle auf die von der Sonne angewärmte Teerfläche neben seinem Haus zu legen.

So weit, so gut. Dann sei dem Besitzer der Felle allerdings etwas Unvorhergesehenes zugestoßen, wie die Polizei weiter berichtet: „Unglücklicherweise musste er sich am Tag darauf einer Krankenhausbehandlung unterziehen, die sich über mehrere Tage zog.“ So blieben die Tierhäute scheinbar herrenlos vor dem Feuerwehrhaus liegen und wurden schließlich entsorgt.

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Doch der Mann hatte Glück im Unglück: Der Bauhof der Stadt Bad Brückenau hatte die Felle noch nicht abtransportieren lassen, sondern in einem Container etwas abseits gelagert, so dass der Besitzer die Stücke wieder abholen konnte. „Als semiprofessioneller Percusssionkünstler schwört er auf Instrumente aus eigener Produktion“, heißt es in dem Bericht der Polizei. Mit am schwersten zu bekommen seien fehlerfreie Rinderfelle.

Mit einem Schmunzeln im Gesicht habe ihm der Sachbearbeiter der Polizei erklärt, dass der Fall für den 50-Jährigen keine weiteren Konsequenzen haben werde. „Ob es bei der nächsten Feuerwehrübung in Wernarz ein kleines Trommelsolo gibt, wird sich der glückliche Künstler wohlwollend überlegen“, so die Beamten. (lio)

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