US-Soldaten USA Wildflecken Deutschland Bayern
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Die USA ziehen Soldaten aus Deutschland ab - auch vom Standort in Wildflecken.

Leutnant klärt auf

Falschmeldung zum US-Truppenabzug aus Deutschland: Seit 1994 keine amerikanischen Soldaten in Wildflecken

Die USA haben im Juni angekündigt, Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Anders als am Mittwoch berichtet worden war, gehört Wildflecken nicht zu den betroffenen Standorten. Mehrere Medien - darunter Tagesschau und SWR - berichteten übereinstimmend über den Truppenabzug aus Wildflecken.

Update vom 30. Juli, 13 Uhr: Eine Nachfrage unserer Zeitung zu der Meldung ergibt Folgendes: „In der Rhön-Kaserne Wildflecken sind die letzten US-Streitkräfte im Jahr 1994 abgezogen. Ein weiterer Abzug von US-Streitkräften in Wildflecken ist somit ausgeschlossen. Hierbei handelt es sich um eine Falschmeldung“, erklärt Leutnant Alexander Reuß, Presseoffizier des Truppenübungsplatzes Wildflecken zu überregionalen Meldungen, dass rund 12.000 US-Soldaten Deutschland verlassen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen US-Truppen erstmals im Jahre 1952 nach Wildflecken und blieben dort bis 1994. Die US-Truppen nutzten den Übungsplatz zu Schießübungen und bauten ihn als Trainings-Area aus. Seit 1994 wird der Übungsplatz von der Bundeswehr betrieben.

Falschmeldung zum US-Truppenabzug: Keine US-Truppen seit 1994 in Wildflecken

In erster Linie handelt es sich heute um ein Gefechtssimulationszentrum. Es werden dort die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von computergestützten Simulationen geübt. Zudem ist Wildflecken Vereinte Nationen Ausbildungszentrum.

In den in der Rhön-Kaserne beheimateten Dienststellen sind laut Presse-Abteilung 800 bis 850 Bundeswehr-Soldaten und etwa 300 zivile Personen beschäftigt.

Ursprungsmeldung vom 29. Juli:

Wildflecken - Vier Militärstandorte in Deutschland sind von dem Truppenabzug betroffen, heißt es in einem Bericht der Tagesschau, in dem sich auf den SWR bezogen wird. Neben Vilseck, Grafenwöhr und Spangdahlem wird auch der Truppenübungsplatz im bayerischen Wildflecken genannt (bitte lesen Sie die korrigierte Fassung im Update oben).

Insgesamt sind es 12.000 derzeit in der Bundesrepublik stationierte Soldaten, die laut Bericht verlegt werden sollen. 6400 der US-Soldaten sollen in ihre Heimat zurückkehren. 5400 Truppenmitglieder sollen innerhalb Europas verlegt werden, heißt es weiter. 

US-Präsident Donald Trump: Deutschland investiert nicht genug in die Verteidigung

Hintergrund ist, dass US-Präsident Donald Trump Deutschland vorwirft, nicht genügend in die Verteidigung zu investieren. Die Bundesregierung war vorab nicht über die Pläne der US-Regierung informiert worden. Der Abzug ruft viel Kritik hervor.

Die US-Truppen galten in der Zeit des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik. Damals gab es zeitweise fast 250.000 US-Soldaten in Deutschland. Nach dem Fall der Mauer wurde allerdings radikal reduziert: Im Jahr 2000 waren es nur noch 70.000 US-Soldaten, zehn Jahre später 48.000 und heute sind nur noch 36.000 übrig. Damit ist Deutschland aber immer noch der zweitwichtigste Truppenstandort der USA weltweit nach Japan.

Die Truppenstationierung ist aber auch heute noch ein wesentliches Bindeglied zwischen beiden Ländern. Da ist einerseits der zwischenmenschliche Aspekt: Über die Jahrzehnte sind Tausende Freundschaften, Partnerschaften und Ehen zwischen Deutschen und Amerikanern entstanden. Für die Regionen um die US-Stützpunkte kommt der wirtschaftliche Aspekt hinzu. (jev, ic, dpa)

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