Bei dem Angriff am 25. Juni hatte ein Somalier drei Frauen in einem Kaufhaus getötet. Weiterer Menschen wurden verletzt.
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Bei dem Angriff am 25. Juni hatte ein Somalier drei Frauen in einem Kaufhaus getötet. Weiterer Menschen wurden verletzt.

Erneuter Zeugenaufruf

Nach tödlichem Messer-Angriff in Würzburg: Ermittler suchen Videos vom Tatzeitpunkt

Nach dem tödlichem Messer-Angriff in Würzburg haben die Ermittler erneut einen Zeugenaufruf gestartet. Gesucht werden insbesondere Videos, die zum Tatzeitpunkt am Barbarossaplatz entstanden sind.

Würzburg - Mehr als zwei Wochen nach der Messer-Attacke eines Mannes in Würzburg mit drei Toten suchen die Ermittler Videos vom Tattag. Die Polizei interessiert sich insbesondere für Aufnahmen, die vor oder zum Zeitpunkt der Tat am 25. Juni um kurz nach 17 Uhr im Umfeld des Tatorts am Barbarossaplatz gemacht und noch nicht der Polizei gezeigt wurden. Das teilten das Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Bisher hätten Bürgerinnen und Bürger rund 255 Fotos und Videos in das Online-Medienportal der Polizei hochgeladen. Alle seien bereits angesehen worden. Die Ermittler gehen derzeit nach eigenen Angaben rund 300 Spuren nach. Etwa 100 Zeugen seien befragt oder vernommen worden. „Um das Tatgeschehen lückenlos nachvollziehen zu können, suchen die Beamtinnen und Beamten der Soko ‚Main‘ nach weiterem Material“, schreibt das LKA.

Würzburg: Erneuter Zeugenaufruf nach Messer-Angriff - Polizei sucht Videos

Ein Somalier hatte am 25. Juni in der Würzburger Innenstadt auf mehrere Menschen eingestochen, die er nicht gekannt haben soll. Drei Frauen starben in einem Kaufhaus. Fünf Menschen verletzte der Flüchtling mit einem Messer lebensgefährlich, vier erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei hält es für naheliegend, dass der 24-Jährige islamistisch motiviert war.

Hinweise und Aufnahmen gesucht

Weitere Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (0800) 3000050 entgegen. Das Medienportal steht für Uploads nach wie vor zur Verfügung und ist unter der folgenden Internetadresse zu finden: https://medienupload-portal03.polizei.bayern.de/

Allerdings wird auch eine psychische Störung nicht ausgeschlossen. Der Kriminologe Christian Pfeiffer etwa glaubt nicht, dass der Messerstecher von Würzburg aus islamistischen Motiven heraus handelte. „Nach jetzigem Stand der Dinge gehe ich davon aus, dass es sich beim Täter um eine durch Erfahrungen in Kindheit und Jugend psychisch massiv gestörte Person handelt“, sagte er der Main-Post. „Dafür gibt es Hinweise ab dem ersten Tag seiner Ankunft in Deutschland.“ (lio, dpa)

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