Täter gefasst

Drei Tote und fünf Verletzte nach Messer-Attacke in Würzburg - Täter soll „Allahu Akbar“ gerufen haben

Freitagnachmittag, mitten in der Innenstadt von Würzburg: Ein Mann greift mit einem Messer mehrere Menschen an. Es gibt Tote und Verletzte. Vor knapp fünf Jahren geriet die Stadt am Main schon einmal wegen einer Attacke in den Schlagzeilen.

Würzburg - Bei einer Messerattacke in Würzburg sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drei Menschen getötet und fünf Menschen verletzt worden. Die Hintergründe der Attacke am Freitag mitten in der Innenstadt waren zunächst unklar. Ein Großteil des Gebietes wurde am Nachmittag abgeriegelt. Der mutmaßliche Täter sei überwältigt und festgenommen worden, hieß es. Die Polizei in Unterfranken habe dafür schießen müssen.

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken in einer Pressemitteilung bekannt gab, handele es sich bei dem festgenommenen Tatverdächtigen um einen 24-jährigen, somalischen Staatsangehörigen, der in einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg wohnhaft ist. Er sei durch einen gezielten Schuss aus einer Waffe der Polizei am Oberschenkel verletzt worden und befinde sich nicht in Lebensgefahr. Er werde derzeit im Krankenhaus vernommen.

Würzburg: Mehrere Tote nach Messer-Angriff in der Innenstadt

Laut Zeugenangaben solle der Angreifer während der Tatausführung „Allahu Akbar“ gerufen haben. Ein islamistisches Motiv werde daher derzeit geprüft, teilte die Polizei in Unterfranken mit. Darüber hinaus laufen aktuell umfangreiche Ermittlungen. Zeugen werden vernommen und Bilder von Überwachungskameras ausgewertet. Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17 Uhr alarmiert worden.

Video- und Bildmaterial 

Die unterfränkische Polizei bittet darum, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Vielmehr sollte gefertigtes Video- und Bildmaterial den Ermittlern auf einem eigens eingerichteten Medien-Upload-Portal zur Verfügung gestellt werden: https://medienupload-portal03.polizei.bayern.de

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war nach der Messerattacke auf dem Weg nach Würzburg. Er werde sich am Tatort ein Bild der Lage machen, sagte ein Sprecher des CSU-Politikers.

Die Polizei rief zur Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken auf. „Bitte teilt keine Bilder oder Videos“, hieß es am Freitag in einem Tweet der Polizei. Sie forderte dazu auf: „Respektiert bitte die Privatsphäre der Opfer!“ In den sozialen Netzwerken gab es bereits kurz nach dem Ereignis erste Videos, die angeblich das Geschehen zeigen sollen.

Bei einer Messer-Attacke in Würzburg sind am Freitag mehrere Menschen getötet worden.

Vor knapp fünf Jahren, am 18. Juli 2016, waren bei einer Attacke in einer Bahn bei Würzburg vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen. (dpa)

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa/dpa-Bildfunk

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