Der vorgebliche Müllhotspot, die Grillhütte auf der Kahl, zeigte sich gestern blitzsauber, auch dank der aufgestellten und offensichtlich gut genutzten Mülltonne.
+
Der vorgebliche Müllhotspot, die Grillhütte auf der Kahl, zeigte sich gestern blitzsauber, auch dank der aufgestellten und offensichtlich gut genutzten Mülltonne.

See, Grillplatz und Schlosspark

120 Kubikmeter Müll pro Jahr: Stadtverordnete diskutierten Müllproblem in Schlitz

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
    schließen

Vermehrter Müll und Sachbeschädigungen sind der SPD im Schlitz-erland aufgefallen. Die SPD thematisierte dies bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung. 

Schlitz - SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Döring benannte die „Hotspots“, wo es oft besonders schmutzig sei: der Pfordter See, der Grillplatz in der Kahl, der Knittelteich, der Schlosspark und mancher Spielplatz. An diesen Orten liege besonders nach schönen Wochenenden besonders viel Unrat herum. Erster Stadtrat Willy Kreuzer erläuterte, dass derzeit verstärkt an verschiedenen Orten im Stadtgebiet kontrolliert werde. Damit reagiere man auch auf Beschwerden aus der Landesmusikakademie, in deren Umfeld – dem Schlosspark – häufiger junge Leute zu später Stunde feierten und dabei über die Stränge schlügen. Dies sei in den letzten Wochen eskaliert.

Lesen Sie auch: Gemeinde Petersberg schlägt Alarm: Zu viel Lärm, Müll – und auch Drogen?

Im Blick hat man eine Gruppe von Jugendlichen von 12 bis 15 Jahren, derer man alleine auf Grund ihres Alters nicht so leicht Herr werde, zumal sie oft aus eher nicht intakten Familien stammten und zu einem großen Teil aus anderen Orten wie Fulda, Niederaula und Neuhof in die Burgenstadt kämen. „Die reden nicht mit uns“, beschrieb Kreuzer das Dilemma. Mit der Polizei in Lauterbach sei eine verstärkte Präsenz in Schlitz vereinbart worden, und auch die Reiterstaffel sei schon zweimal am Pfordter See im Einsatz gewesen. Der Magistrat arbeite derweil an einer neuen Gefahrenabwehrverordnung. So könne man das Trinken von Alkohol im Schlosspark untersagen und die Grünanlage ab 22 Uhr für Besucher schließen. Auch über eine Videoüberwachung werde nachgedacht, so Kreuzer, diese müsse aber genehmigt werden.

120 Kubikmeter Müll jährlich

Wie Kreuzer mitteilte, sammelten die Mitarbeiter des Bauhofes jährlich 120 Kubikmeter Müll ein, was zusätzliche Kosten von 6500 Euro verursache. Verärgert reagierte der Erste Stadtrat auf einen Einwand von Dr. Klaus Dieter Koch (BLS), der mutmaßte, dass es in Schlitz nicht genügend Angebote für Jugendliche gebe. Unterstützung erhielt Kreuzer von Sven Völzke (SPD-Fraktion), der die Jugendarbeit der Stadt ausdrücklich als vorbildlich lobte. Er schilderte Beobachtungen, dass Jugendliche in Schlitzer Märkten Schnaps gekauft hätten. Hier gelte es, klarzumachen, dass der Erziehungsauftrag nicht nur bei den Eltern liege. Er schlug vor, den Präventionsrat einzuberufen und dabei auch gezielt die Ortsbeiräte einzubinden.

Lesen Sie auch: Müll und Hinterlassenschaften sorgen am Guckaisee für Unmut - „Da wird einem schlecht“ und Pizzareste, Bier und Hundekot - Müllsünder sorgen in Hünfeld für Unmut

Etwas uneins waren sich die Fraktionen, unter welchen Gesichtspunkten künftig Straßenschäden und Macken an Gehwegen und Bordsteine behoben werden sollten. CDU-Fraktionsvorsitzender Kevin Alles wünschte sich eine Erhebung der Schäden und eine Prioritätenliste, die vom Magistrat erarbeitet werden sollte. „Der CDU ist der politische Kompass verloren gegangen“, mutmaßte dagegen Prof. Konrad Hillebrand von der SPD, schließlich gebe es diese Liste schon längst. Alles konterte, dass er bei den Ortsbegehungen durch seine Fraktion häufig klagen über den Zustand der Verkehrswege höre und die besagte Liste wohl nicht mehr aktuell sei. Besonders strittig war aber das Ansinnen der CDU, die Mittel für das städtische „Schlaglochprogramm“ hälftig auf die Kernstadt und die Dörfer aufzuteilen. Dr. Jürgen Marxsen (BLS) schlug vor, diesen Passus zu streichen, weil bei einer Prioritätenliste die Dringlichkeit einer Maßnahme im Vordergrund stehen sollte. Mit der entsprechenden Änderung wurde dem Antrag gegen Stimmen aus der CDU zugestimmt.

Gefahrenstelle zwischen Bernshausen und Schlitz

Eine Gefahrenstelle hat Dr. Koch von der BLS an der Einmündung des Wegs zum Karlshof auf der Landstraße zwischen Bernshausen und Schlitz ausgemacht. Seiner Bitte an den Magistrat, sich mit HessenMobil und der Polizei in Verbindung zu setzen, um eine Entschärfung der Gefahrenstelle zu erreichen, wurde einstimmig entsprochen.

Schon länger zurück liegt eine Anfrage der BLS zur Schulung der städtischen Mitarbeiter über die Pflanzen am Wegesrand. Kreuzer erklärte, dass seit 2017 drei Schulungen stattgefunden hätten. In diesem Jahr habe es aber wegen der Corona-Pandemie bisher keine weitere Schulung gegeben.

Das könnte Sie auch interessieren