Die Feuerwehr musste das Dach des Autos abflexen, um den verletzten Fahrer zu befreien.
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Die Feuerwehr musste das Dach des Autos abflexen, um den verletzten Fahrer zu befreien.

Mann eingeklemmt

Feuerwehr muss nach A5-Unfall Autodach abflexen: Beging der Verursacher Fahrerflucht?

  • Leon Schmitt
    VonLeon Schmitt
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Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der A5 im Vogelsberg musste die Feuerwehr ein Autodach abflexen, um einen Verletzten zu befreien. Gegen den mutmaßlichen Verursacher des Unfalls wird wegen Fahrerflucht ermittelt.

Vogelsberg - Zu dem Unfall war es am Montag gegen 18.45 Uhr auf der A5 zwischen dem Hattenbacher Dreieck und der Anschlussstelle Alsfeld-Ost im Vogelsberg gekommen, berichtet die Polizei.

Ein 56 Jahre alter, portugiesischer Fahrer eines spanischen Sattelzuges fuhr auf dem ersten Fahrstreifen der zweispurigen Autobahn vom Hattenbacher Dreieck kommend in Richtung Frankfurt. „In Höhe der Unfallstelle wollte dieser einen vor ihm fahrenden Sattelzug überholen. Dazu scherte er, vermutlich ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, auf den zweiten Fahrstreifen aus“, so die Beamten. Ein 46-jähriger, polnischer Fahrzeugführer fuhr mit seinem Opel auf der linken Spur der A5 und konnte trotz Ausweichmanövers nach rechts ein Auffahren auf den Sattelauflieger nicht verhindern. Erst vor wenigen Tagen hatte sich auf der A5 ein schwerer Unfall ereignet. Dabei war ein Mensch ums Leben gekommen.

A5 (Vogelsberg): Fahrer nach Unfall eingeklemmt - Feuerwehr muss Autodach abflexen

„Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Pkw-Fahrer in seinem Fahrzeug einklemmt und musste durch die Feuerwehr Alsfeld aus dem Fahrzeugwrack befreit werden. Dazu wurde das Dach des Pkw abgeflext“, heißt es in der Mitteilung der Polizei weiter. Ein Notarzt übernahm bereits während der Rettung des Verletzten dessen Erstversorgung. Zum Transport des Verletzten wurde ein Rettungshubschrauber verständigt, welcher den Mann in das Uniklinikum nach Marburg flog.

Der Fahrer des Sattelzuges bemerkte nach eigenen Angaben zwar einen Schlag, ging aber davon aus, dass es sich dabei um einen geplatzten Reifen handelte. Er hielt deshalb kurz hinter der Unfallstelle an, konnte aber keinen defekten Reifen feststellen. Aus diesem Grund setzte er seine Fahrt fort. Bei der anschließenden Weiterfahrt hat er aber bemerkt, dass am Fahrzeug ein Defekt vorliegen musste. Aus diesem Grund hielt er ein weiteres Mal an und stellte daraufhin fest, dass sein Auflieger im Heckbereich stark beschädigt war. Er drehte an der nächsten Anschlussstelle, fuhr bei Betriebskilometer 406 auf den dortigen Parkplatz Krachgarten und verständigte über Notruf die Polizei.

Acht-Kilometer-Stau nach Unfall auf der A5 - „Rettungsgasse stellenweise desolat“

Hier wurde er durch eine Streife der Polizeistation Alsfeld angetroffen und sein Fahrzeug in Augenschein genommen. „Der Schaden am Auflieger konnte anhand der aufgefundenen Spuren an der Unfallstelle eindeutig dem vorangegangenen Unfall zugeordnet werden“, teilt die Polizei mit.

Nach dem Unfallgeschehen musste die Fahrbahn der Bundesautobahn 5 an der Unfallstelle, aufgrund der Landung des Rettungshubschraubers, für eine Stunde voll gesperrt werden. Im Anschluss daran war der rechte Fahrstreifen für eine weitere Stunde zur Bergung des Fahrzeuges gesperrt und der Verkehr wurde einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Der Rückstau hatte in der Spitze eine Länge von acht Kilometern, berichtet die Polizei. „Die Rettungsgasse war stellenweise desolat“, heißt es.

Gegen den Fahrer des Sattelzuges wurde nach Angaben der Beamten ein Strafverfahren wegen Verkehrsunfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Durch den zuständigen Staatsanwalt wurde eine Sicherheitsleistung zur Sicherung des Verfahrens angeordnet.

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