Sie wollen den Wildunfällen begegnen (von links): Hauptkommissar Martin Fischer, der Leiter des regionalen Verkehrsdienstes, Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen, Manfred Hirth vom MSC Schotten und Oberkommissar Holger Roth, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeistation Lauterbach. / Foto: Alfred Hahner

ADAC sucht Partner, um Zahl der Wildunfälle zu reduzieren

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - Bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2013 für den Bereich des Polizeipräsidiums Osthessen, wurden auch die Anzahl der von der Polizei aufgenommenen Wildunfälle bekannt gegeben.

Danach ereigneten sich 750 Wildunfälle mit zwei Verletzten. Über ein Drittel der Wildunfälle passierte im Bereich der Polizeidirektion Vogelsberg. Das bedeutet, dass die Polizei in Osthessen alle vier Stunden einen Wildunfall aufgenommen hat. Aber die Dunkelziffer ist hoch, denn nicht alle Wildunfälle werden von der Polizei aufgenommen und landen bei den Jagdausübungsberechtigten, die dann die entsprechende Bescheinigung für die Versicherung ausstellen. Dazu kommen Wildunfälle, wo zum Beispiel bei Lkw kein Schaden am Fahrzeug entsteht, aber das Wild verletzt oder auch getötet wurde und irgendwo vor sich hinvegetiert und nicht gefunden wird.

Der ADAC im Vogelsbergkreis hat nun in seiner Verkehrssicherheitsarbeit mit dem Kampf gegen Wildunfälle einen neuen Schwerpunkt gesetzt. So traf sich der ADAC-Sachgebietsleiter Wolfgang Herda kürzlich in der Polizeistation Lauterbach mit Hauptkommissar Martin Fischer, dem Leiter des regionalen Verkehrsdienstes, und Verkehrssachbearbeiter Holger Roth sowie Manfred Hirth, Verkehrssachbearbeiter des ADAC für den Bereich Schotten, um die Wildunfallproblematik im Vogelsbergkreis zu besprechen. Zu der Runde kam auch der ehemalige Dienststellenleiter Alfred Hahner, der sich in seiner aktiven Dienstzeit intensiv mit der Problematik befasst hat. Auf seine Initiative war Anfang der 70er Jahre die erste mit Wildwarnreflektoren ausgestattete Strecke in Hessen zwischen dem Knöpsack und Dirlammen eingerichtet worden, die zu einer deutlichen Minderung der Wildunfälle auf diesem Streckenabschnitt der Landesstraße führte und die noch heute existiert.

Grundlage der Diskussion waren zwei Karten aus den Jahren 2012 und 2013, wo jeder von der Polizei aufgenommene Wildunfall mit einem schwarzen Fähnchen markiert ist. Und die Karten erschrecken, denn es gibt praktisch kaum eine Straße, auf der es keine Wildunfälle gab. Heraus ragen die Landesstraße zwischen Lauterbach und Schlitz, die B 49 zwischen Romrod und Schellnhausen sowie die Landesstraße Mücke-Flensungen, die die höchsten Zahlen aufweisen. Wolfgang Herda, der sich seit 2008 mit der Problematik von Wildunfällen befasst, verwies auf Beispiele in Schleswig-Holstein, wo mit Wildwarnreflektoren oder mit Duftzäunen ausgestattete Strecken auf ihre Wirksamkeit untersucht wurden. Aber Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Für Hessen gilt als Schwerpunkt, wenn auf einer Strecke von 300 Metern sich fünf Wildunfälle, darunter drei mit schwerem Personenschaden, ereignet haben.

Tatsache ist, dass es auch im Vogelsberg schon Wildunfälle mit tödlichem Ausgang gegeben hat. Kritisiert wurde, dass in der sogenannten Unfallkommission in der letzten Zeit das Thema Wildunfälle ausgeblendet wurde. Herda trat dafür ein, nun keinen Strauß von Abwehrmaßnahmen zu ergreifen, sondern sich für die Absicherung von Wildwarnreflektoren oder Duftzäunen zu entscheiden. Hier spielt natürlich auch die Kostenfrage eine Rolle. Man kam schließlich überein, zu einer Art „Runden Tisch“ die Jagdvereine, die Untere Jagdbehörde, die Straßenverkehrsbehörde, Waldbesitzer, Jagdpächter, die Polizei und den ADAC einzuladen, um geeignete Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Natürlich müsse auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. Alfred Hahner, der seit Jahren für die Pressearbeit der Jägervereinigung Lauterbach zuständig ist, verwies auf entsprechende periodische Veröffentlichungen zum Thema Wildunfälle, die auch die Polizei immer wieder herausgibt.

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