Grünlandbegehung auf dem Betrieb Hans Siebert in Schlitz-Pfordt. Foto: privat

Aktueller Stand zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie – Grünlandpraxistag im Maßnahmenraum Schlitz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

SCHLITZ - Am 08.04.2014 wurde in dem Maßnahmenraum Schlitz zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zu einem Grünlandpraxistag seitens des Ingenieurbüros Schnittstelle Boden eingeladen.

Aktueller Stand der Umsetzung der WRRL Im Jahr 2000 wurde die EU-Wasserrahmenrichtlinie verabschiedete. Mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird europaweit das Ziel verfolgt, den Zustand des Grund- und Oberflächenwassers zu verbessern bzw. einen bereits bestehenden guten Zustand der Gewässer zu erhalten. In Hessen erfolgt die Maßnahmenumsetzung neben grundlegenden Maßnahmen (Umsetzung des Fachrechtes, wie z.B. Umsetzung der Nitrat-Richtlinie, Düngeverordnung, Cross Compliance) in einem ergänzenden Maßnahmenprogramm, das eine begleitende Gewässerschutzberatung als kostenloses Beratungsangebot für Landwirte vorsieht. Seit 2011 wird im Schlitzerland für alle Landwirte eine Gewässerschutzberatung durch das Ingenieurbüro Schnittstelle Boden angeboten. Maßnahmenträger und Auftraggeber des Projektes ist die Stadt Schlitz. Im Rahmen des Beratungsprojektes werden neben Feldbegehungen zu verschiedenen Themen des Grundwasser- und Oberflächengewässerschutzes auch Sprechtage zur Ermittlung des jeweils aktuellen Düngebedarfes, Beprobungen von 125 Nmin-Dauerbeobachtungsflächen mit gezielten Düngeempfehlungen, intensive Beratung von Leitbetrieben, Beratungsrundbriefe und viele Beratungsinformationen rund um Landwirtschaft, Grundwasserschutz angeboten. Nähere Informationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sind im Internetportal zu finden. Grünlandpraxistag Anfang des Jahres wurde vom Ingenieurbüro Schnittstelle Boden bereits ein Grünlandabend, bestehend aus einem Theorieteil, angeboten. Der Grünlandpraxistag im April diente der Fortführung und der praktischen Umsetzung der am Grünlandabend vermittelten Informationen rund um das Thema Grünlandnutzung. Bei der Feldbegehung wurden vier verschiedene Grünlandbestände, sowohl von konventionell wie auch biologisch wirtschaftenden Betrieben betrachtet. Herr Dr. Richard Neff vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen erläuterte den zahlreich erschienenen Landwirten und Interessierten die Zusammensetzung der jeweiligen Grünlandbestände, welche als Weide, Mähweide oder Wiese genutzt werden. Dafür wurden verschiedene Gräser und Kräuter anhand von morphologischen Merkmalen bestimmt. Die Zusammensetzung der einzelnen Flächen hinsichtlich der einzelnen Gräser und Kräuter wurde diskutiert und sinnvolle Bewirtschaftungsstrategien sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen aufgezeigt. Auch die Düngung wurde unter die Lupe genommen. Eine zentrale Rolle spielen Wirtschaftsdünger (Mist, Gülle und Jauche) auf Grünland. Sie sind zum einen ein Volldünger und versorgen die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen und schließen den Nährstoffkreislauf von Boden-Pflanze-Tier innerhalb des Betriebs. Aber auch eine angepasste mineralische Düngung ist nötig, um den Ertrag und damit die Futtermenge und -qualität zu sichern. Desweiteren machte Herr Dr. Neff deutlich, dass im Grünland geeignete Arten nachgesät werden müssen, um einen Pflanzenbestand zu erhalten, der wertvolles Futter liefert. / rsb

Das könnte Sie auch interessieren