„Alle müssen egoistischer werden“: Für eine gute Gesundheit im Alter

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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PFORDT - Eine besondere „Sprechstunde“ hielt am Samstagnachmittag Dr. med. Hermann Sauer bei den AWO Mitgliedern in Pfordt im „ Landgasthof Porta“ ab. Sauer war der Einladung im Rahmen des Gesundheitstages gerne gefolgt. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Vorsitzende Christa Löxkes, gab Doktor Sauer einen kurzen Abriss seines Werdegangs – seit dem Jahre 1983 sei er in der Burgenstadt ansässig – bevor er mit Augenzwinkern, gewürzt mit ein klein wenig Humor, aber auch einer Portion Ernsthaftigkeit, ein kurzes Referat über die Gesundheit der Menschen, besonders der Älteren, gab.

Von unserer Mitarbeiterin Sigi Stock

Sauer: Jeder möchte ja gerne älter werden, aber niemand möchte alt sein! Denn egal wie man sich bewegt, jede der Bewegungen tut weh. Die Generationen werden mittlerweile älter, viele leben alleine in einem Haus, in einer Wohnung, die Großfamilie wie früher wo jeder sich um das Familienmitglied kümmert, gibt es nicht mehr. Dies ist dem demographischen Wandel geschuldet. Die große Behinderung des Lebens bestehe daran, dass wir Menschen uns meistens selbst im Wege stehen. „Wir müssen alle egoistischer werden und mehr an uns selbst denken! Unsere eigene Batterie sollte ein bis zweimal im Jahr wieder aufgeladen werden.“ Auch ein Auto fahre nicht mit einer schwachen Batterie.

An die gewandt, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, sie sollten sich nicht scheuen, den Pflegebedürftigen auch mal in ein Altenheim zur Kurzzeitpflege zu geben. Selbst den Angehörigen falle es dann auf, dass die Person viel ausgeruhter und mit einer Portion guter Laune in die eigenen vier Wände zurückkehre. Dies wirke sich auch positiv auf den Rest der Familie aus. In gleichem Atemzug dankte Dr. med. Hermann Sauer den Mitarbeitern der ansässigen Diakoniestation. Sie seien die Engel in Weiß. Ihre Arbeit stehe zunehmend unter einem Rechenexempel.

Dem Körper etwas Gutes tun

Nehmen sie sich doch mal die Zeit und gehen sie tagsüber spazieren, so sein Tipp. Wie – das geht nicht! Was sollen die Nachbarn dann sagen „ Hat der/die nichts zu tun?“ „Ja nicht aus seinem Käfig ausbrechen, aus seinem täglichen Trott“. Der Mensch müsse sich doch mittlerweile wie in einer Käfighaltung vorkommen! Hier gäbe es nur eins, sich selbst motivieren und dabei seinen inneren Schweinehund bekämpfen, um damit die Bequemlichkeit zu überwinden! „Der Geist müsse willig sein, damit das Fleisch wieder stark werde! Man muss seinem Körper etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen!“

Zum Thema Schmerz: Der Schmerz verändere die Seele. Wer Schmerzen habe, könne kein fröhlicher Mensch sein! Hier zitierte Sauer Johann Wolfgang von Goethe: „Was nützt mir der Erde Geld“. Bis heute zählen Gedichte, Dramen und Romane von ihm zu den Meisterwerken der Weltliteratur.

Fragen zu den Wehwehchen

Sich täglich 10 Minuten Zeit nehmen für den eigenen Rücken, besser gesagt von den Füßen bis hinauf zum Mund, so sorgt jeder für das Wohl seines eigenen Körpers und trage zur eigenen Gesundheit bei!

Jeder von uns hat es in der Hand wie er älter wird! Nicht nur auf die Pharmazie und das Rezept des Arztes hören, sondern auch die selbstheilenden Kräfte des eigenen Körpers mobilisieren. „Die Kunst zu Heilen kann viele Leiden lindern, doch schöner ist die Kunst die es versteht, die Leiden am Entstehen schon zu hindern!“ (Max Josef Pettenkofer 1818 – 1901). Nach den vielen lieb und gut gemeinten Ratschlägen und Tipps des Doktors dufte jeder der Anwesenden noch seine Fragen zu vielerlei Wehwehchen stellen. Danach wurde der leckeren Krautwurst die gesamte Aufmerksamkeit geschenkt. Man genoss den Nachmittag und den angefangenen Abend bei gutem Essen und kühlen Getränken. Es wurde dabei nicht auf die Uhr geschaut.

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