Gespannt lauscht die Gruppe den Ausführungen von Jürgen Dickert. / Foto: privat

Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Lebensräume: Exkursion zu Schlitzer Lärchen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Trotz des regnerischen Wetters nutzten 15 Bürgerinnen und Bürger des Schlitzerlandes die Möglichkeit, sich über eine botanische Besonderheit ihrer Heimat zu informieren. Die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Lebensräume Schlitzerland lud hierzu ein.

Jürgen Dickert vom Forstamt Burghaun leitete die Exkursion zu den Schlitzer Lärchen auf dem Richtberg, in unmittelbarer Nähe des Richthof. Dort findet sich die höchste europäische Lärche (55m hoch), bei einem Stammdurchmesser von 1,17m in Brusthöhe.

Doch zunächst begrüßte Dickert die Gruppe mit einem Hinweis, wie gesund ein kleiner Waldspaziergang sei. Er verriet, dass Ausflüge in den Wald sich positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken. Die Wirkung verstärkt sich, wenn auf dem Weg ein See liegt oder ein Bach dahinplätschert. Japanische und britische Forscher belegten dies durch diverse Studien. Mit dieser Erkenntnis machte sich die Gruppe dann auf den Rundweg um den Richtberg mit seiner höchsten Erhebung von 349m. Auf dem gut 3-stündigen Waldspaziergang erläuterte Jürgen Dickert die Nutzung des Waldes, berichtete von der weltweiten Verbreitung des Saatgutes der Schlitzer Lärchen, erklärte, unter welchen Bedingungen die Lärche besonders gut wächst und zeigte weitere Merkmale der Lärchen auf. So können diese bis 1000 Jahre alt werden. Die älteste europäische Lärche am Richtberg ist ca. 190 Jahre alt, 43m hoch und hat einen Durchmesser von 1,13m in Brusthöhe. Die Hauptanbauwelle der Europäischen Lärche am Richtberg erfolge um das Jahr 1809. Zuvor wuchsen dort nur Buchen und Eichen. Zum Abschluss der Exkursion führte Herr Dickert die Gruppe zu dem Denkmal des Oberförsters Konrad Knabe (1809-1837, Leitung Graf Görtzisches Forstamt) und des Forstmeisters Friedrich Jäger (leitete von 1837-1879 das Graf Görtzische Forstamt). Beide trugen maßgeblich dazu bei, dass der Richtberg heute ein wunderschöner Mischwald ist und dort die bekannten Schlitzer Lärchen wachsen. Nach der Exkursion fand sich die Gruppe noch auf dem Dorfplatz in Unterschwarz zu einem kleinen Picknick ein. Hier fanden wir als botanische Besonderheit noch den Guten Heinrich, eine im Schlitzerland schon ausgestorben geglaubte Pflanze. / irs

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