Weithin sichtbar verändert die Gerüsttreppe an der als Seniorenheim genutzten Schlitzer Hinterburg das historische Stadtbild des Burgenringes. / Foto: Walter Kreuzer

Auffällige Brandschutztreppe am Seniorenheim der Hinterburg bietet notwendigen Schutz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Sie ist kein schöner Anblick, offenbar aber notwendig: Am Burgenring, in direkter Nachbarschaft zum Schlitzer Wahrzeichen – dem Hinterturm – ist eine Gerüst-Außentreppe aufgebaut worden. Sie soll den Brandschutz in dem denkmalgeschützten Gebäude verbessern, das seit 1950 als Alten- und Seniorenheim genutzt wird.

"Schön aussehen tut sie nicht", sagt Alfons Heß. Der stellvertretende Leiter des Seniorenstifts Burg Schlitz betont aber auch: "Sie macht jedoch meiner Meinung nach Sinn." Die von der Stiftung Graf Görtzisches Alten- und Pflegeheim betriebene Einrichtung betreut in den beiden Gebäuden der Hinterburg 36 ältere Menschen. Der Brandschutz ist in dem dreigeschossigen Gebäude, das Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht, seit jeher ein heikles Thema. "Wir haben schon in der Vergangenheit die unterschiedlichsten Brandschutzauflagen umgesetzt", berichtet Heß und nennt ein Beispiel: "Im zweiten und dritten Obergeschoss wurden Evakuierungsräume angelegt. Diese sind leer und werden nicht benutzt. Im Notfall dienen sie allerdings dazu, die Leute dort erst einmal unterzubringen." Die Wände und Türen können einem Brand 90 Minuten standhalten. Zudem sind sie rauchdicht. Aus diesen Räumen sollten die Menschen, so die bisherigen Überlegungen, über an der Außenmauer angelehnte Leitern, etwa die Drehleiter der Schlitzer Stützpunktfeuerwehr, in Sicherheit gebracht werden. Die jetzt errichtete Treppe geht auf eine Brandschutzauflage des Vogelsbergkreises zurück. "Die Gerüst-Außentreppe ist eine Übergangslösung. Zusammen mit einer vergrößerten, von der Feuerwehr anleiterbaren Dachgaube bietet sie mehr Sicherheit für die Heimbewohner", führt Kreispressesprecher Erich Ruhl in seiner Antwort auf eine Anfrage unserer Zeitung aus. "Von höchster Wichtigkeit sind Brandfrüherkennung und der Personenschutz beziehungsweise die Personenrettung." Vom Hof der Hinterburg ist die Außentreppe, die den vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg aus dem Gebäude darstellt, nicht ungehindert zugänglich. Eine mit einem Band gesicherte Gitterwand sperrt sie ab – allerdings so, dass das Hindernis im Ernstfall durch die Feuerwehr schnell beseitigt werden kann. Als Grund für diese Vorsichtmaßnahme nennt Alfons Heß den erhöhten Publikumsverkehr durch den benachbarten Hinterturm: "Deshalb ist mir die Sache zu heikel. Wenn jemand dort hochklettert und zu Schaden kommt, sind wir haftbar. Touristen sind Leute, die es zum Beispiel trotz der Verbotsschilder als selbstverständlich ansehen, bei uns in den Garten zu gehen." Wie lange die einem Baugerüst ähnelnde Außentreppe an dieser exponierten Stelle des Schlitzer Burgenringes bleiben wird, steht noch nicht fest. Das Seniorenstift Burg Schlitz plant einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei. Ob die Treppe nach dem Umzug abgebaut wird, hängt auch von der künftigen Nutzung der Hinterburg ab.

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