Im Pfordter See befinden sich Bakterien, die Krankheiten auslösen können. / Foto: SB

Bakterien im Pfordter See können Krankheiten auslösen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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schlitz - Der Pfordter See hat die zweitschlechteste Wasserqualität in Hessen. In dem Badesee befinden sich Bakterien, die Krankheiten übertragen können. Ob diese nun durch Hinterlassenschaften der Vögel oder durch ausgetragene Gülle kommt, lässt sich nicht belegen.

Die schlechte Wasserqualität des Pfordter Sees soll durch die Hinterlassenschaften der ansässigen Vögel kommen, mutmaßt eine Mitarbeiterin der Stadt Schlitz . „Das kann nicht sein. Die wenigen Vögel würden es gar nicht schaffen, diesen großen See derartig zu verunreinigen“, sagt Klaus Dieter Koch, Nabu-Mitglied und Biologe aus Schlitz. Koch erklärt, dass sich in dem See sogenannte intestinale Enterokokken sowie Escherichia coli (E.coli) befinden. Das sind Bakterien, die in der natürlichen Darmflora von Menschen und Tieren vorkommen. Wenn sich die Bakterien in Gewässern befinden, deutet das auf Verunreinigung mit Fäkalien hin. Wenn intestinale Enterokokken über Wunden in den Körper gelangen, können sie schwere Erkrankungen auslösen. Gelangt E.coli mit dem Wasser erneut in den Darm, kann es dort weiter wachsen und gedeihen. Folge: Es kann zu einer Harnwegsinfektion oder Durchfall kommen.

Außerhalb des Körpers stirbt das Bakterium - zum Beispiel durch fehlende Nährstoffe - ab. „Der Pfordter See ist aber nährstoffreich, da es im Sommer viele Algen gibt. Die Bakterien müssen ständig hinzukommen“, erklärt Koch. Er vermutet daher, dass die Bakterien aus den umliegenden Feldern in das Wasser gelangen. Diese werden von den Bauern mit Gülle verteilt. Nehmen die Pflanzen die Gülle nicht vollständig auf, könne diese durch einen kleinen Bach in den See gelangen.

Wasserschutzgebiet rund um den See? Anja Rippl, Mitarbeiterin der Stadt Schlitz, ist die Verschmutzung des Sees bekannt und weist ebenso auf die Extremitäten der Vögel sowie die Bewirtung der landwirtschaftlichen Flächen hin. „Da der Pfordter See ein naturnaher See ohne Zu- und Ablauf ist, kann dagegen nicht viel getan werden. Den Bauern kann man das Düngen nicht verbieten“, sagt sie. Der Vorschlag von Klaus Dieter Koch ist konkreter: „Wird der See zu einem Wasserschutzgebiet erklärt, dürfte dort zum Beispiel nicht mehr gedüngt werden.“ Das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme, dass der See während der Badesaison auf Enterokokken und E.coli untersucht werde. In den Jahren 2011/2012 seien gelegentlich erhöhte Werte aufgetreten, die im vergangenen Jahr aber zurückgegangen sind. Sollten diese Werte beibehalten werden, könne die Qualität langfristig verbessert werden. Woher die Verunreinigung kommt, sei für das Gesundheitsamt schwer festzustellen.

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