Bauplätze in Hemmen - ein Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Ortes

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - In ihrer letzten Sitzung am 22. September stimmten die Stadtverordneten einem Antrag der Bunten Liste Schlitzerland (BLS) zu, dass der Magistrat prüfen solle, ob es möglich und sinnvoll ist, in Hemmen Bauplätze auszuweisen.

Schon in der Sitzung wies Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer darauf hin, dass innerhalb des Ortes noch 13 Baulücken bestehen und es deshalb nicht einfach sein wird, neue Bauplätze auszuweisen. Jetzt, sechs Wochen später, wurde das Thema erneut im Bau- und Siedlungsausschuss beraten. Durch die Ausführungen des Bürgermeisters wurde klar, wie kompliziert es ist, einen solchen Plan umzusetzen und welche rechtlichen und planerischen Hürden da im Wege stehen.

Zuerst müsse die Stadt nachweisen, dass der Bedarf an Bauplätzen in Hemmen für die eigene städtische Entwicklung wichtig ist. Die 13 Baulücken, so Schäfer, habe man ebenfalls überprüft. Fast alle sind Grundstücke, die zu bewohnten Häusern gehören und als Garten oder Wiese genutzt werden. Bevor die verkauft werden, werden die Besitzer warten, ob dort nicht ihre eigenen Kinder oder Enkel bauen wollen.

Stärkung der Entwicklungsachse nach Fulda

„Eine Ausweisung von Bauplätzen in Hemmen stärkt die Entwicklungsachse Schlitz - Fulda", so das Stadtoberhaupt. Diese „Entwicklungsachse" besteht zwar real, aber nicht in der Regionalplanung. In der endet der Bereich des Regierungspräsidiums Gießen - und damit seine Planungshoheit - direkt hinter Hemmen. Der Fuldaer Bereich ab Lüdermünd gehört zum RP Nordhessen in Kassel.

Stärkung der Zukunftsfähigkeit

Zieht man die Studie des Berlin-Instituts über die Zukunftsfähigkeit der Dörfer im ländlichen Raum hinzu, wäre die Ausweisung eines Baugebietes in Hemmen eine Maßnahme, den Stadtteil in seiner Zukunftsfähigkeit zu stützen. In dieser Studie aus dem November 2011 wird Hemmen neben Ober-Wegfurth als „nicht zukunftsfähig" eingestuft (SB vom 24.01.2012). Eine Ausweisung günstiger Bauplätze könnte hier eine Wende einleiten.

Für diese Bauplätze, so Bürgermeister Schäfer, biete sich ein Gelände an, welches im Moment noch als „landwirtschaftliche Vorrangfläche" ausgewiesen ist. Genutzt wird es jedoch zum Teil um „Futter für Biogasanlagen" anzubauen. Einen Haupterwerbslandwirt, der diese Fläche nutzt, gibt es in Hemmen nicht. „Diese Fläche reicht für 10 neue Bauplätze", so Bürgermeister Schäfer. „Wir werden nochmals alle Einzelpunkte prüfen und diese Fläche als Bauland in den neuen Flächennutzungsplan mit aufnehmen". Die Entscheidung liegt dann beim RP in Gießen.

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