Susanne Behounek gibt in der Musikschule den Ton an.
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Susanne Behounek gibt in der Musikschule den Ton an.

Bei Gestaltung mitentscheiden

Belebende Fröhlichkeit - Schlitzer Musikschule wurde umfassend renoviert

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Frische Farben, gepflegtes Ambiente, die Musikschule Schlitz ist nach den Renovierungsarbeiten um einiges gemütlicher geworden. Auch die „Kunst am Bau“ hat bei den Innenarbeiten nicht gefehlt. 

Schlitz - Ein echter Hingucker ist schon das Foyer im ersten Geschoss der Bildungseinrichtung. Man muss schon zwei mal hinsehen, um zu bemerken, dass die Uhr aus einem halben Becken und Klaviertasten gefertigt wurde. Gemacht hat dieses kleine Kunstwerk der städtische Streetworker David Ott, der bei seinen Arbeiten von einem Mann unterstützt wurde, der Sozialstunden abzuleisten hatte. Jetzt prangt die Uhr, unterstrichen durch eine Collage aus ausgedienten Blasinstrumenten, im Eingangsbereich der Musikschule.

Musikschulleiterin Susanne Behounek ist sehr froh über die Neugestaltung. Schließlich hätten die Räumlichkeiten und das zugehörige Mobiliar den Charme der 60er und 70er Jahre ausgestrahlt, wie sich anhand der noch übrigen Stühle und Tische und Teile des Treppenhauses leicht nachzuempfinden ist. Jetzt wirken die Räume der Musikschule frisch und zeigen sich von einer belebenden Fröhlichkeit, die sich, so hat Behounek beobachtet, auch auf die Arbeit der Lehrkräfte und Schüler überträgt.

Anna Krassowsky arbeitet schon seit 2000 als Klavierlehrerin an der Musikschule. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es macht Spaß, hier zu arbeiten“, sagt die Musikerzieherin, die auch in Fulda an der Musikschule lehrt. Dort seien die Bedingungen deutlich bescheidener, berichtet sie. So seien die Räume wesentlich kleiner, was gerade in den Zeiten von Corona einen Nachteil darstelle. So könnten im kleinsten Rahmen in Schlitz auch Schülervorspiele stattfinden.

Renovierte Musikschule in Schlitz: Einge Kunstwerke sind an den Wänden zu finden

Behounek berichtet, dass die Lehrer mitentscheiden durften, in welchen Farben ihre Räume gestrichen werden sollten. Gitarrenlehrerin Beate Weitzdörfer hat sich zum Beispiel für ein helles Apricot entschieden, weil dies auch gut mit dem neuen Fußbodenbelag harmoniere.

So hat auch jeder der insgesamt neun Unterrichtsräume seine eigene, aber immer in dezentem Pastellton gehaltene Färbung. In den Räumen, in denen Blasinstrumente unterrichtet werden, gibt es eine Plexiglas-Trennwand, die Lehrer und Schüler vor Infektionen schützen soll. Im Klavierraum sorgt ein länglicher Tisch in der Mitte für geordnete Laufwege, welcher von den Schülerinnen und Schülern auch gerne angenommen werde.

Apricot ist übrigens auch der Farbtrend im zweiten Obergeschoss, wo die „Eingeweide“ eines Klaviers die Besucher fast wie eine eingefrorene Explosion zu empfangen scheinen. „Daran können die Leute einmal genau studieren, wie es im Inneren eines Klaviers aussieht“, erklärt Behounek, so dass diese Installation nicht nur einen ästhetischen Zweck erfüllt. Hämmer, Stopper und Tasten hängen wie ein Mobile von der Decke, und der offene Klavierkörper zeigt die einzelnen Saiten auf. Nach diesen Betrachtungen weiß man die Arbeit eines Klavierstimmers erst richtig zu schätzen. Dieser Flügel hatte allerdings schon ausgedient und wurde, statt ihn kostenpflichtig zu entsorgen, geschickt als Dekoelement in die Schulräume integriert.

Musikschule Schlitz bietet Unterricht für alle an

Insgesamt besuchen derzeit 242 Musizierwillige die Einrichtung. „Wir machen Unterricht für alle zwischen 0 und 100” , erläutert Behounek. Sie sieht ihre Einrichtung als wichtige Ergänzung zum Schulunterricht. Der Schulbetrieb laufe trotz Corona gut, lediglich die Kooperation mit den Kindergärten und Schulen sei schwierig. So werde derzeit kein Blockflötenunterricht an der Grundschule erteilt. Behounek findet, dass jeder Mensch zumindest versuchen sollte, ein Musikinstrument zu erlernen. Die Chance, sich selbst auszuprobieren, hat man in der Schlitzer Musikschule beim Schnupperunterricht.

Da können dann ganz ohne Druck verschiedene Instrumente ausprobiert werden, etwas, was auch angehende Ruheständler gerne versuchen. Gutscheine zum Geburtstag seien jedenfalls für Leute dieser Altersgruppe beliebt und bei der Musikschule erhältlich, gibt die Schulleiterin einen Tipp. Behounek ist sich sicher, dass die meisten Menschen dann auch das Passende für sich finden werden.

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