Der Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg (TiNa) vermittelt herrenlosen Katzen eine Bleibe. (Symbolbild)
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 Der Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg (TiNa) vermittelt herrenlosen Katzen eine Bleibe. (Symbolbild)

Hilfsangebot für Samtpfoten in Not

Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg kümmert sich um verwilderte Hauskatzen

Wer kennt sie nicht, die scheue Katze vom Nachbargrundstück, die in der alten Scheune lebt. Was auf den ersten Blick niedlich erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Problem. Der Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg (TiNa) mit Sitz in Birstein nimmt sich der herrenlosen Fellnasen an und vermittelt ihnen eine Bleibe und somit ein zweites Leben.

Vogelsberg - Verwilderte Hauskatzen sind domestizierte Tiere, sie können ohne den Menschen nur schlecht überleben. Sie leiden, weil sich niemand um sie kümmert, sie füttert, versorgt und pflegt. „Studien belegen, dass Katzen in Obhut bis zu 20 Jahre alt werden, während Wildlinge meist nach ein bis vier Jahren aufgrund von Nahrungsmangel, Verkehrsunfällen, Witterungseinflüssen, Krankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche oder gar als Jagdopfer versterben“, erklärt Christine Adolph vom Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg. „Dennoch nimmt die Anzahl der herrenlosen Katzen kaum ab. Das liegt daran, dass sich Katzen rasant vermehren.“ Schon mit vier Monaten könne eine Katze geschlechtsreif werden und dann zweimal im Jahr zwei bis sechs Junge bekommen, fügt die 30-jährige Freiensteinauerin hinzu.

„Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Teufelskreis beendet wird. Streunende und verwilderte Hunde gehören in unserem Land zum Glück ja der Vergangenheit an, aber bei Katzen brauchen wir noch mehr Bewusstsein der Menschen für ihre Verantwortung den Tieren gegenüber“, ist Adolph überzeugt. „Denn Streunerkatzen sind verwilderte Hauskatzen oder stammen von ihnen ab. Es ist also immer ein Mensch an ihrem Schicksal beteiligt.“

Grundsätzlich sollte jeder Katzenhalter sicherstellen, dass sein Tier nicht zu einer Katzenflut beiträgt, indem es sich unkontrolliert vermehrt, meint Adolph. Ein gechiptes und registriertes Tier könne bei Entlaufen zudem leichter zu seinem Halter zurückgebracht werden. „Und wir von TiNa helfen, die Tiere einzufangen und kastrieren zu lassen.“ Das läuft dann in der Regel so ab, dass aufmerksame Menschen den Verein kontaktieren. Nach Absprache mit dem Grundstücksbesitzer stellen die Helfer eine Lebendfalle mit Futter auf. Die meist sehr hungrigen Katzen holen sich das Futter, werden dabei mit der Falle eingefangen und anschließend zum Tierarzt gebracht. Dort werden die Tiere untersucht, kastriert und per Tätowierung registriert. „Am nächsten Tag kommen sie in ihr angestammtes Revier zurück, wo wir sicherstellen, dass sie weiter gefüttert werden“, berichtet Adolph. „Kleine Katzen bis zu etwa zwölf Wochen vermitteln wir weiter. In dem Alter lassen sie sich noch auf den Menschen prägen, ältere Tiere sind nur noch schwer zähmbar und deshalb auch im Tierheim kaum zu vermitteln“, führt sie aus.

Christine Adolph und rund 20 aktive Mitglieder von TiNa sind jeden Tag im Dienst an der Katze in der Region unterwegs. Das Gebiet reicht von Herbstein bis hinter Bad Orb. „Wir haben schon schlimmes Katzenleid gesehen. Das zu lindern, ist Motivation und Ziel von TiNa“, erzählt Adolph. Der Verein setzt sich auch für die Einführung von Katzenschutzverordnungen ein. Dazu braucht es die Zustimmung der jeweiligen Gemeindeparlamente. „Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir sind deshalb angewiesen auf die Unterstützung aus der Bevölkerung, zum Beispiel mit einer Mitgliedschaft oder Geldspende. Denn natürlich kosten Kastrationsaktionen Geld.“ (red)

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