Fotos: Traudi Schlitt

Blaulichtgottesdienst würdigt Dienst der Einsatzkräfte – Drei neue Notfallseelsorger im Kreis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - An den Rand ihres Einsatzgebietes, an den Westhang des Vogelsbergs nach Schotten, hatte in diesem Jahr die Notfallseelsorge des Kreises alle Einsatzkräfte und die Notfallseelsorger selbst eingeladen.

Von Traudi Schlitt

In der Katholischen Herz-Jesu-Kirche fand in der vergangenen Woche der Blaulichtgottesdienst statt, der als Dankeschön an alle Einsatzkräfte – haupt- wie ehrenamtliche – gedacht ist und Kraft schenken soll, die Gewissheit geben, unter dem Schutz Gottes zu stehen, mit allem, was man im Einsatz erlebt.

Pfarrer Thomas Schill, Koordinator der Notfallseelsorge im Kreis, begrüßte zu diesem Gottesdienst Polizisten und Feuerwehrleute, Ärzte und Ärztinnen, Rettungssanitäter und Abordnungen der Kliniken. Mitverantwortlich für die Gestaltung des Gottesdienstes war auch Pfarrer i.R. Christoph Werner, der Nofallseelsorgebeauftragte des Katholischen Dekanats Alsfeld.

Dialog mit zwei Notfallseelsorger

In diesem Jahr ging es um die Not, die die Rettungseinsätze auch bei den Helfenden auslösen kann, thematisiert bereits im ersten Lied „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Eine Gruppe aus Notfallseelsorgern las die Psalmen, die ihrerseits wieder Mut machen sollten: „...wir sind in Wasser und Feuer geraten. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt.“

Musikstücke von Organist Michael Friedrich rahmten das Geschehen ein, das mit einem Dialog zweier Notfallseelsorger fortgesetzt wurde: Sie zählten große Unglücke auf, die den meisten Anwesenden im Gedächtnis waren: Ramstein, Eschede, Love Parade und ganz neu Hanau und Volkmarsen. All diese Katastrophen stellten große Anforderungen an die Rettungskräfte – das war ohne Worte deutlich. Einzig „Rufe mich an in der Not“ war die Antwort auf jede einzelne Situation.

Wenn der Piepser geht

Mit Bezug auf die Geschichte des Barmherzigen Samariters ging es darum, notleidenden Menschen der oder die Nächste zu sein, der Mensch, der sich kümmert und in der Pflicht sieht, so wie die vielen Einsatzkräfte, die alle an ihrem Platz Menschen in Not die Nächsten sind.

In seiner Ansprache thematisierte Pfarrer Schill die Situation, wenn der Piepser geht, wenn er insbesondere die Ehrenamtlichen aus ihrem Alltag reißt, sie in eine ungewisse Situation führt, nicht selten in eine gefährliche. „Was geht Ihnen da durch den Kopf? Und welche Gefühle haben Sie bei einem solchen Aufbruch?“, wandte sich der Notfallseelsorge an die Hilfskräfte. Und er dachte auch an deren Angehörige, die in Sorge und Ungewissheit zurückbleiben.

„Gott sei Dank, dass es sie gibt“

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten“ – Ein Psalm wie gemacht für die Situation der Einsatzkräfte, fasste Notfallseelsorger Thomas Müller die Bedeutung des 50. Psalms zusammen. Und nicht nur die Notleidenden brauchen Hilfe, so die Erfahrung aus gemeinsam bewältigen Situationen: Auch die Helfer brauchen sie, brauchen Zuspruch und Zuversicht, das Wissen, dass Gott da ist und sie nicht allein sind.

Christoph Werner unterstrich die Bedeutung des Dankes, der allzu oft vergessen werde: „Wer dankt schon Gott, wenn die Not vorbei ist?“, fragte er. „Wer dankt den Einsatzkräften?“ Und genau das tat er dann: „Danke für Ihren Dienst. Gott sei Dank, dass es Sie gibt.“

Menschen in Not begleiten

Zwei neue Notfallseelsorger und eine neue Notfallseelsorgerin sind dieses Jahr zu dem Team gestoßen. Zwei von ihnen, Heike Baumgartner und Thomas Müller, wurden im Rahmen des Gottesdienstes von Luise Berroth, der stellvertretenden Dekanin des Evangelischen Dekanats Vogelsberg, in ihr Amt eingeführt. „Sie haben Ihre Ausbildung absolviert und bei Einsätzen hospitiert.

Nun werden Sie Menschen in Not begleiten. Dabei möge Ihnen das Wissen um die Beauftragung und Gottes Zusage, Ihnen den Rücken zu stärken, helfen.“ In einer vorhergehenden Sitzung war bereits Holger Hardenberg in sein Amt eingeführt worden.

Notfallseelsorger baten um Schutz und Kameradschaft

Mit einem gemeinsam vorgetragenen Fürbittengebet ging der Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche zu Ende. Die Notfallseelsorger baten um Ruhe und Professionalität, um neue Menschen, die bereit sind, mit ihnen gemeinsam Dienst zu tun. Sie baten ums Schutz und Kameradschaft. Auch dem „kühlen Kopf für die Vorgesetzten“ galt ein Wunsch.

Gesegnet und gestärkt, sicher auch mit neuen Gedanken zu ihren Einsätzen und ihren Jobs, gingen die Gottesdienstbesucher in den Abend, der mit einem gemeinsamen Essen und Gelegenheit zum Austausch ausklang.

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