In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
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In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.

Erste Kommune in Hessen

Start des Corona-Modellprojekts: In Alsfeld ist seit heute wieder Shopping möglich - Dieburg macht Rückzieher

In Alsfeld ist wieder Shopping möglich - wenn ein aktueller und negativer Corona-Test vorliegt. Die Kommune im Vogelsberg ist die erste in Hessen, die Laden-Öffnungen im Rahmen eines Modellprojektes erprobt. Auf dem Versuch ruhen viele Hoffnungen.

Alsfeld - In der kleinen Fachwerk-Altstadt von Alsfeld begrüßen Geschäftsleute potenzielle Kunden mit aufgemalten Herzchen, roten Luftballons - und einem breiten Lächeln im Gesicht. Denn viele sind einfach nur froh, in der Corona-Pandemie endlich wieder ihre Läden öffnen zu können. Die Stadt im Vogelsbergkreis gehört zu den drei Modellkommunen in Hessen, die bis zum 1. Mai Lockerungen in der Corona-Pandemie erproben dürfen, und hat am Donnerstag als erste der drei vom Land Hessen ausgewählten Städte losgelegt.

„Wir finden es super, dass endlich wieder Leben in die Läden kommt“, sagt Dieter Lang, der in einem Geschenkladen in Alsfeld arbeitet. „Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns“, betont Lang im Bezug auf die Schließung im Corona-Lockdown. Auch Corina Schlosser, Angestellte eines Modegeschäfts schräg gegenüber, ist erleichtert: „Natürlich freuen wir uns, dass wir wieder aufmachen können.“ Die Stadt sei „so tot die letzte Zeit“ gewesen. (Mit unserem Corona-Ticker für den Vogelsbergkreis bleiben Sie auf dem Laufenden.)

Corona: Start des Modellprojekts in Alsfeld - Geschäfte öffnen wieder

Zum Start des Corona-Modellversuchs dürfen zunächst Einzelhandelsgeschäfte in der Kernstadt von Alsfeld ihre Türen öffnen. Weitere mögliche Lockerungen etwa für die Außengastronomie sollen je nach Verlauf des Projektes erst später erfolgen. Wer shoppen möchte, braucht einen aktuellen, negativ ausgefallenen Coronanavirus-Test. Dieser muss in einem der drei Schnelltestzentren in der Stadt und nach Terminvereinbarung durchgeführt werden. Jeden Tag sind insgesamt 600 Covid-19-Tests möglich, so will die Kommune die Besucherfrequenz im Blick behalten.

Das war an Tag eins des Corona-Modellprojekts in Alsfeld los

In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
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In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen.
In der Corona-Modellstadt Alsfeld dürfen ab heute wieder die Läden öffnen. © Uwe Zucchi/dpa

Das Corona-Modellprojekt ist aus Sicht von Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule (CDU) nicht nur eine Chance für die Geschäfte in der Stadt im Vogelsberg, sondern auch eine Gelgenheit, Hintergrundinformationen zum Coronavirus-Infektionsgeschehen zu bekommen sowie die Testquote zu erhöhen. „Wichtig ist, dass wir herauszufinden, ob Einzelhandel Inzidenztreiber ist.“

Corona in Alsfeld: Tag eins des Modellversuchs läuft ruhig an

Der erste Tag des Corona-Modellversuchs in Alsfeld läuft zunächst ruhig an - das Wetter mit Schneeschauern und dichten Wolken lädt nicht gerade zum Shopping ein. Ein Lehrerpaar aber ist bewusst in die Altstadt gekommen: „Wir finden das Konzept gut. Wir möchten die einheimischen Geschäfte unterstützen.“ Der Mann und die Frau fühlen sich sicher, auch weil sie bereits eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten hätten. „Das ist auch für die anderen gut.“

Vor dem Corona-Testzentrum in der Altstadt warten am Vormittag die ersten Menschen auf ihren Schnellcheck. Bis 11 Uhr seien rund 90 Covid-19-Tests durchgeführt worden, berichtet der Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Alsfeld, Thorsten Ellrich. Ein Ergebnis sei bis dahin positiv ausgefallen.

Ehe die Kunden die Läden betreten dürfen, prüfen die Geschäftsleute deren Test-Bescheinigung. Das Prozedere sei „überhaupt kein Problem“, sagt Dieter Lang. Er begrüßt das Corona-Modellprojekt in Alsfeld: „Ich bin der Meinung: Wer nichts unternimmt, der bleibt stehen.“ Es gebe zwar verschiedene Stimmen, die einen seien dafür, die anderen dagegen, aber: „Jetzt wollen wir es nicht schlecht reden, schon bevor es angefangen hat. Heute ist der erste Tag, jetzt lassen wir es auf uns zukommen.“ Wenn es Probleme gebe, könne man wieder einen Schritt zurückgehen.

Video: Trotz steigender Infektionszahlen: Tübingen darf Modellprojekt fortsetzen

Das Land Hessen hat neben Alsfeld auch Baunatal in Nordhessen sowie das südhessische Dieburg als Modellkommune ausgewählt. Vorbild ist etwa die Stadt Tübingen, deren Umsetzung des Corona-Modellprojekts unsere Zeitung genauer unter die Lupe genommen hat. Das Pilotprojekt in Tübingen läuft seit Mitte März. Allerdings war die Zahl der Neuinfektionen in der Neckarstadt zuletzt deutlich gestiegen. Tübingens Pandemie-Peauftragte hatte die Konsequenzen der steigenden Zahlen bereits vor einigen Tagen im FZ-Interview skizziert.

Baunatal will noch bekanntgeben, wann der Coronavirus-Modellversuch startet. Dieburg wird nach Angaben vom Donnerstag vorerst keine Corona-Lockerungen erproben. Begründung: Das Gesundheitsamt könne derzeit keine lückenlose Kontaktnachverfolgung garantieren.

Experten sehen Öffnungen in Corona-Modellregionen wie Alsfeld kritisch

Einige Experten sehen Öffnungen wie in den Corona-Modellregionen kritisch. „Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt“, sagte vor kurzem die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. „Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat.“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, „dass das sicher ist“, sondern jeder müsse individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen.

Skeptisch ist auch Dafni Brück, die Filialleiterin eines Hutgeschäftes in Alsfeld: „Ich zweifle daran, dass das funktionieren kann und wird.“ Dennoch öffne sie den Laden, dessen Umsätze in der Corona-Pandemie sehr litten: „Ich möchte Präsenz zeigen.“ Auch wenn das Modellprojekt in Alsfeld am ersten Tag sehr ruhig* angelaufen ist, wie die Alsfelder Allgemeine berichtet, die Einzelhändler freuen sich doch über jeden Kunden - auch wenn er nichts kauft. (Lesen Sie hier: „Brücken-Lockdown“ - Das sagt Virologe Hendrik Streeck zum Laschet-Vorstoß)

Im Vogelsbergkreis lag die Inzidenz, also die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag bei 126,8. Bauchweh habe er nicht, sagt Bürgermeister Paule. „Wir haben ja von Anfang an gesagt: Sicherheit geht vor Schnelligkeit. Und wenn sich die Inzidenzzahlen negativ entwickeln, machen wir auch wieder dicht.“ (dpa, lio) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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