Aufgehobene Impf-Priorisierung in Hessen
In Hessen können sich alle Bürgerinnen und Bürger für eine Impfung gegen das Coronavirus registrieren.
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Der Leiter vom Impfzentrum im Vogelsberg appelliert zur Impfung. Die Corona-Gefahr sei noch nicht gebannt. (Symbolfoto)

Leiter des Impfzentrums im Vogelsberg

„Die Gefahr ist noch nicht gebannt“: Arzt appelliert eindringlich zur Corona-Impfung

  • Lea Marie Kläsener
    VonLea Marie Kläsener
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Die Gefahr vom Coronavirus sei noch nicht gebannt, Menschen im besten Alter seien gestorben. Das macht Dr. Erich Wranze-Bielefeld, ärztlicher Leiter vom Impfzentrum im Vogelsbergkreis, klar. Er appelliert, sich impfen zu lassen.

Vogelsbergkreis - „Wenn wir nicht aufpassen, tappen wir in die gleiche Falle wie im letzten Jahr“, mahnt Dr. Erich Wranze-Bielefeld in einer Pressemitteilung vom Vogelsbergkreis. Der ärztliche Leiter des Vogelsberger Impfzentrums befürchtet „ein Déjà-vu nach den Sommerferien“. Damit meint er einen rasanten Anstieg der Corona-Infektionen, die zu strengen Beschränkungen im täglichen Leben führen könnten.

Und für Wranze-Bielefeld gibt es nur einen Weg um gegenzusteuern: Impfen. Und das sollte man nach der Ansicht von Wranze-Bielefeld jetzt noch tun, weil „die Gefahr noch nicht gebannt ist“. „Viele von uns wiegen sich in Sicherheit, aber das ist eine trügerische Sicherheit“, sagt er. Im vergangenen Sommer habe man sich - genau wie heute - über die zurückgewonnene Freiheit gefreut, weil die Zahlen niedrig waren.

Vogelsberg: Arzt appelliert dringend zur Corona-Impfung - „Gefahr noch nicht gebannt“

„Wir dachten, wie hätten Corona im Griff. Von wegen!“, sagt der Impfzentrum-Leiter mit Blick auf die darauffolgende Welle im Herbst und dem monatelangen Lockdown im Winter. Wranze-Bielefeld weist darauf hin, dass 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland noch nicht geimpft ist.

„Und das ist das Problem. Von einer Herdenimmunität sind wir noch weit entfernt“, macht er klar. Die Menschen seien nicht automatisch geschützt. „Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen.“ Hinzu komme die ansteckendere Delta-Variante: „Fast 85 Prozent der Infektionen sind auf diese Variante zurückzuführen“, erklärt der Arzt. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für den Vogelsbergkreis auf dem Laufenden.)

Und das Coronavirus mache nicht vor jungen, sportlichen und gesunden Menschen halt: „SARS-CoV-2 ist ein tückisches Virus, das müsste mittlerweile jedem klar sein“, betont Wranze-Bielefeld. „Es hat in der Vergangenheit auch bei jungen und durchtrainierten Menschen zu schweren Krankheitsverläufen geführt. Menschen im besten Alter sind gestorben.“

Dr. Erich Wranze-Bielefeld, ärztlicher Leiter des Vogelsberger Impfzentrums, sagt: „Viele von uns wiegen sich in trügerischer Sicherheit.“

Und es gebe Patienten, die einen milden Krankheitsverlauf hatten, aber danach über Wochen und Monate unter Long Covid leiden würden. Der ärztliche Leiter nennt Symptome: Die Patienten würden sich schlapp und abgeschlagen fühlen, sich nicht konzentrieren können, sie seien nicht mehr so leistungsstark wie früher und würden unter Schmerzen leiden - verursacht durch die Corona-Infektion.

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„Man muss es noch einmal ganz deutlich sagen: Corona kann man nicht abtun wie einen leichten Schnupfen.“ Wranze-Bielefeld appelliert: „Noch ist unter Impfzentrum geöffnet, wir bieten jeden Tag Impfen ohne Anmeldung und Termin an, man kann einfach so vorbeikommen. Leichter geht es nun wirklich nicht, seine Schutzimpfung zu erhalten.“ Am 30. September müsse das Zentrum schließen, wie es vom Land Hessen vorgegeben ist.

„Was passiert, wenn dann schon die nächste Welle kommt?“, fragt der ärztliche Leiter des Impfzentrums im Vogelsberg. „Wenn sich plötzlich wieder Tausende impfen lassen wollen? Dann dürfte es nicht mehr so einfach sein, ohne Wartezeit an eine Schutzimpfung zu kommen.“ Deshalb würde er nicht warten, sondern die Gelegenheit möglichst schnell ergreifen.

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