Lang entbehrte Hörerlebnisse bescherten das Atlantic String Duo und Nami Ejiri in der Landesmusikakademie Schlitz.
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Lang entbehrte Hörerlebnisse bescherten das Atlantic String Duo und Nami Ejiri.

Der Frühling in seinen schönsten Tönen

Erstes Livekonzert in der Landesmusikakademie seit dem Lockdown

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Musikfreunde atmen auf: Am Samstagabend gab es zum ersten Mal seit langem wieder ein Livekonzert im Konzertsaal der Landesmusikakadmie.

Schlitz - Händel ließ die Blätter und Blüten sprießen, Mozart die Vögel und Käfer durch die Luft schwirren, Rebecca Clarke den Regen prasseln und Schostakowitsch lud zum Tanz: einige der ganz Großen der Musikgeschichte haben oft schon vor Jahrhunderten ihre Frühlingsgrüße zusammengestellt.

Überbracht wurden sie am Samstagabend von dem Atlantic String Duo und der Pianistin Nami Ejiri, drei junge Frauen von drei Kontinenten, die mit sichtlichem Vergnügen musikalische Frühlingsgefühle im Konzertsaal verbreiteten. Die Lebensfreude übertrug sich schnell auf die Anwesenden.

Erstes Livekonzert nach dem Lockdown mit Frühlingsgefühlen

Die Triosonate g-moll op. 2 Nr. 6 von Georg Friedrich Händel erwies sich als geschmeidiger Stimmungsaufheller, bei dem Moll sich wohl nur auf die Tonart, aber nicht auf die entsprechende Laune bezog.

Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Duo für Violine und Viola B-Dur (KV 424) entließen die Musikerinnen die Akkorde wie bunte kleine Vögel in den Saal, ein Kribbeln im Bauch stellte sich zum Flirren der Geigenbögen automatisch ein.

Abstandsregeln werden eingehalten – auch beim Hörgenuss.

Die Musikerinnen Rachelle Hunt, Stefanie Pfaffenzeller und Nami Ejiri brachten nicht nur die Trommelfelle zum Schwingen, sie verstanden es optimal, die den Musikstücken innewohnenden Intentionen auszudeuten, dass sie den Besuchern nicht nur zu Gehör, sondern auch zu Herzen gingen. Eine Neuentdeckung für viele Klassikfans war sicher Rebecca Clarke, eine 1979 verstorbene Komponistin, deren expressive Stücke eindeutig in die klassische Musiktradition der USA verwiesen.

Erstes Livekonzert nach dem Lockdown: Großer Sicherheitsabstand zwischen den Stühlen

Farbenreich waren auch die Stücke von Dimitrij Schostakowitsch, aus dessen Fundus die Musikerinnen unter anderem eine Gavotte, einen Walzer und eine Polka beisteuerten. Lebenslust pur und ein Grund mehr, den Konzertsaal mit einem guten Gefühl und einem Lächeln zu verlassen.

Geigerin Stefanie Pfaffenzeller machte in ihren sehr kurz gehaltenen Anmoderationen keinen Hehl aus ihrer Freude, wieder vor Publikum auftreten zu dürfen. Die Einschränkungen durch die Corona-Auflagen waren während des Konzertes vergessen. Aufgrund der großen Abstände zwischen den einzelnen Stühlen mussten die Besucher während der Darbietungen keinen Mundschutz tragen.

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