Wegen zu geringer Auslastung musste die Tagespflege im Seniorenzentrum Schlitzerland geschlossen werden.
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Wegen zu geringer Auslastung musste die Tagespflege im Seniorenzentrum Schlitzerland geschlossen werden.

Geringe Auslastung

Corona-Pandemie: Schließung der Tagespflege im Seniorenzentrum Schlitzerland alternativlos

Die Tagespflegeeinrichtung am Seniorenzentrum Schlitzerland ist zum 1. März 2021 geschlossen worden.

Lauterbach/Schlitz - Eine insgesamt zu geringe Auslastung und die Corona-Pandemie haben die Verantwortlichen der Eichhof-Stiftung Lauterbach als Träger der Einrichtung in Schlitz zu diesem Schritt veranlasst.

„Wir bedauern sehr, dass wir uns gezwungen sehen, das Angebot für Tagesgäste in Schlitz nicht mehr aufrechterhalten zu können. Eine insgesamt zu geringe Auslastung und die COVID-19 Pandemie haben einen annähernd wirtschaftlichen Betrieb zunichte gemacht“, erklärt Mathias Rauwolf, der Vorstand der Eichhof-Stiftung. Die Tagespflege im Seniorenzentrum hatte im Oktober 2018 die Pforten geöffnet. Durch den Neubau und der damit verbundenen Erweiterung der Einrichtung war ein solches Angebot mit insgesamt 15 Plätzen für Tagesgäste im Schlitzerland ermöglicht worden. „Wir sind damals angetreten, um Entlastung für beteiligte Angehörige zu ermöglichen und Menschen mit Pflegebedarf eine Abwechslung im Alltag zu bieten“, erklärt Einrichtungsleitung Klaus Schaefer.

Wegen Corona-Pandemie: Erste Schließung der Tagespflege im Seniorenzentrum bereits im Frühjahr 2020

Die Verantwortlichen der Eichhof-Stiftung hatten größeren Bedarf gesehen und wollten eine Versorgungslücke schließen, da außer der sogenannten „eingestreuten Tagespflege“ im damaligen Seniorenstift Burg Schlitz ein solches Angebot in der Region nicht vorhanden war. Im engen Austausch mit dem ebenfalls zur Stiftung gehörenden ambulanten Pflegedienst „Sozialstation Eichhof“, der auch in der Region Schlitz eine Dependance betreibt, wurde die Tagespflege neben öffentlichen Bekanntmachungen intensiv beworben. „Von Beginn an war die Auslastung eher durchschnittlich. Mit ungefähr sieben belegten Plätzen pro Tag war ein wirtschaftlicher Betrieb nicht gegeben. Dennoch hatten wir an dem Konzept festgehalten“, sagt Klaus Schaefer.

Durch Corona musste die Tagespflege bereits im Frühjahr 2020 zum ersten Mal komplett schließen. Unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften und mit großem personellem Aufwand konnte im vergangenen Sommer wieder geöffnet werden, berichtet die Einrichtungsleitung. Die zweite Schließung im November vergangenen Jahres war zunächst keine behördliche Anordnung, sondern wurde von der Eichhof-Stiftung vorgenommen, nachdem die steigenden Zahlen Neuinfizierter auch im Vogelsberg eine besondere Vorsorge für die Tagesgäste unabdingbar gemacht hätten, berichtet Schaefer. Nun sei jedoch der Entschluss gefasst worden, nicht mehr zu öffnen. Alle Klienten seien persönlich per Brief darüber informiert worden.

„Keine leichtfertige Entscheidung“ - Das sagen der Verantwortliche des Seniorenzentrum Schlitzerland

„Die Entscheidung, die Tagespflege im Seniorenzentrum Schlitzerland ganz zu schließen, haben wir nicht leichtfertig getroffen. Doch leider ist der Bedarf nicht so vorhanden, wie wir anfangs angenommen haben. Und durch Corona herrscht natürlich immer noch große Besorgnis, das wird uns sicher noch eine Weile erhalten bleiben“, sagt Mathias Rauwolf. Er bedauere die Schließung sehr, dennoch bräuchte es langfristige Perspektiven, auch für die fünf Mitarbeiterinnen, die zum Teil in die stationäre Pflege gewechselt, sich aber auch schon beruflich anderweitig orientiert hätten.

Leer stünden die Räumlichkeiten der Tagespflege nicht. Derzeit würden dort vermehrt Gruppenarbeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt und größere Besprechungen ausgelagert, damit „hygienebedingt der notwendige Abstand gewahrt bleiben kann“, so Vorstand Rauwolf.

Inwieweit eine Wiedereröffnung infrage kommt, dazu möchte der Vorstand derzeit keine konkrete Antwort geben. „Das hängt zweifelsohne von der weiteren Entwicklung der Pandemie, aber auch vom Bedarf in der Region und der Möglichkeit, qualifiziertes Personal gewinnen zu können. Das sind derzeit zu viele Unbekannte in einer Gleichung“, daher sieht Rauwolf für eine mittelfristige Planung keine Option. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für den Vogelsberg bleiben Sie auf dem Laufenden) (rsb)

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