Ein Skatspieler hält Karten in der Hand.
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Auch die Skatfreunde trifft Corona schwer.

„Viele Spieler sind traurig“

Schlechtes Blatt für Skatfreunde: Corona-Lockdown lähmt Spielbetrieb in Schlitz

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Der Lockdown beschränkt auch das soziale Leben. So darf man sich nur mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen. Das trifft zum Beispiel auch die Skatspieler. Denn so fehlt manchmal der dritte Mann oder die dritte Frau. 

Schlitz - „Die Kartenspieler leiden besonders unter dem Lockdown“, stellt Mahmood Hussain betrübt fest. Skatspielen gehört zu den Leidenschaften des 69-jährigen Schlitzers. In Bangladesh geboren, studierte Hussain Bauingenieurwesen in der damaligen DDR und lernte dort auch das deutsche Nationalkartenspiel. Nach der Wende blieb er in Deutschland und brachte es dabei buchstäblich zur Meisterschaft.

So war er auch 2013 spanischer Meister. Er arbeitete bis zu seiner Pensionierung in Lauterbach und lebt seit vielen Jahren in Schlitz. Vor dem Corona-Lockdown war der monatliche Skattreff im Braustübchen ein fester Termin nicht nur für Hussain, der außerdem immer dienstags in Fulda zugange war, um mit den „Petersberger Buben“ zu spielen. (Lesen Sie hier: Corona im Vogelsberg: Zwei weitere Todesfälle - Zahl der Infizierten steigt an).

Schlitz: Corona-Lockdown lähmt Spielbetrieb - Schlechtes Blatt für Skatfreunde

„Viele Spieler sind jetzt wirklich traurig“, berichtet Hussain. In seiner Skatrunde sei die jüngste Mitspielerin 50 Jahre, die meisten Mitglieder befänden sich aber schon im Rentenalter und hätten oft auch nicht soviel andere Ablenkung in ihrem Alltag. Manchen bleibt auch nicht mehr viel Zeit“, gibt Hussain zu bedenken. So bemerkt er mit leiser Kritik, dass die Polizei jüngst in Kirchhain eine Skatrunde dreier älterer Herren aufgelöst habe.

Ein Solo ist beim Skat eher unüblich. Mahmood Hussain freut sich auf die Zeit, wenn er wieder Skat klopfen kann und dabei auch vielleicht wieder einen Pokal wie auf dem Bild den für die spanische Meisterschaft erringen kann.

Hussain selbst kann sich aber auch gut anderweitig beschäftigen. So kocht er gerne und geht in seinen Garten. Aufmerksam hat er die Dartweltmeisterschaft verfolgt, auch Fernsehen bietet ihm willkommene Abwechslung. Onlineskat, wie es junge Menschen häufiger täten, spiele er aber nicht. Deswegen hofft er, das der Lockdown spätestens in drei bis vier Monaten vollkommen aufgehoben werde. Zu einem Spiel wäre er dann fast jederzeit bereit.

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