Freizeiteinrichtungen wie der Baumwipfelpfad am Hoherodskopf haben wieder geöffnet. (Archivfoto)
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Freizeiteinrichtungen wie der Baumwipfelpfad am Hoherodskopf haben wieder geöffnet. (Archivfoto)

Wirte berichten

Gastronomen in Nieder-Moos dürfen bereits wieder öffnen - Hoffen auf Sonne und Entspannung

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Auf diesen Zeitpunkt haben das gesamte Gastgewerbe – und die potenziellen Gäste – seit Monaten gewartet: Im Vogelsbergkreis ist die Corona-Inzidenz seit geraumer Zeit so niedrig, dass seit Mittwoch Gaststätten und Restaurants auch innen wieder öffnen dürfen.

Vogelsberg - Für den Außenbereich galt dies bereits über das Osterwochenende. Da waren die Erfahrungen der drei Wirte im Freiensteinauer Ortsteil Nieder-Moos (Vogelsbergkreis) ganz unterschiedlich wie eine Umfrage unserer Zeitung zur Situation während und nach dem Corona-Lockdown zeigt.

„Seit Pfingsten haben wir die Terrasse geöffnet. Sie wurde von den Gästen auch genutzt, da der benachbarte Campingplatz gut gebucht war. Allerdings war es recht kalt, weshalb das Außer-Haus-Geschäft besser gelaufen ist“, berichtet Uwe Herbert, Inhaber des Restaurants Zum Seeblick. In diesem Wochenende wird er erstmals in diesem Jahr auch die Gaststätte öffnen. Dort dürfen sich Gäste dann – mit aktuellem Schnelltest, sofern sie nicht als Geimpfte oder Genesene von dieser Regelung entbunden sind – auch wieder im Gastraum aufhalten. (Mit dem Corona-Ticker für den Vogelsberg bleiben Sie auf dem Laufenden.)

Corona im Vogelsberg: Gastronomen in Nieder-Moos dürfen bereits wieder öffnen

Etwas langsamer lässt es Sebastian Heil angehen. Der Wirt des Gasthofs Zur Post öffnet „am Mittwoch, 2. Juni, drinnen und draußen. Dafür hoffen wir auf besseres Wetter“, sagt er und verweist auf Arbeiten an der Terrasse, die noch nicht abgeschlossen sind. Er setzt darauf, dass seine Gäste mit einem aktuellen Schnelltest kommen oder vor Ort einen Selbsttest vornehmen werden, sofern das Wetter mitspielt. Für die Kontaktnachverfolgung sei die Luca-App eingerichtet worden. Heil: „Wir hoffen, dass das Wetter besser wird und sich die Lage entspannt und wieder normal wird.“

Derweil läuft das Geschäft mit Essen-to-go weiter. Damit und mit den Wirtschaftshilfen habe er die vergangenen Monate überstanden. „Vergangenen Sommer lief das Geschäft nach dem ersten Lockdown sehr gut. Im November kam dann der harte Schnitt. Das Gesamtpaket aus Takeaway-Geschäft und Hilfen hat uns über Wasser gehalten“, blickt er zurück. Aktuell stelle sich ein anderes Problem: Viele Mitarbeiter, vor allem jene, die auf 450-Euro-Basis angestellt waren, haben sich anders orientiert. Nun heißt es, neues Personal zu gewinnen.

Lockerungen

Die Lockerungen im Vogelsbergkreis beschränken sich nicht auf die Gastronomie und die Hotels oder Campingplätze – jener in Nieder-Moos ist bis Ende der Sommerferien bereits mit der aktuell erlaubten Kapazität ausgebucht.

Sie gelten auch für zahlreiche Freizeiteinrichtungen, wie einige Beispiele zeigen: Die Stadt Herbstein etwa teilt mit, dass die Vulkantherme mit Sauna ab Dienstag, 1. Juni, offen für Besucher ist. Auf dem Hoherodskopf, der in der Eigenwerbung als Erlebnisberg im Vogelsberg bezeichnet wird, haben neben der Gastronomie auch der Kletterpark und der Baumwipfelpfad wieder geöffnet. Hier ist eine Voranmeldung nötig. Das gilt derzeit auch noch für das Vulkaneum in Schotten.

Dieses Problem trifft auch seinen Nachbarn und Kollegen Stephan Jöckel vom gleichnamigen Hotel-Restaurant. Seine in den Bereichen Messedient, Veranstaltungen oder Catering tätigen Leute sind noch weitgehend in Kurzarbeit. Dafür läuft es im Haupthaus sehr gut: „Die Nachfrage ist immens. Es ist der Wahnsinn. Das Telefon steht nicht still.“ Hotelbuchungen, Restaurantreservierungen und Anfragen wegen Veranstaltungen, gepaart mit Fragen nach den geltenden Vorgaben wechseln sich ab.

Niedrige Corona-Inzidenz im Vogelsberg: Gastronomen in Nieder-Moos profitieren

„Das Hotel dürfen wir im Moment bis zu 75 Prozent belegen. Das ist bei uns noch nicht so richtig angelaufen, weil wir viele ältere Gäste haben. Die sind noch vorsichtig“, sagt Jöckel. Das seit Mittwoch auch innen (mit Test) geöffnete Restaurant sei am ersten Abend „gut angenommen worden. Für das Wochenende und die Abende sind die Buchungen okay. Außer-Haus-Bestellungen laufen sehr gut.“

Dieses Standbein sei in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet worden. „Wir fahren mittags täglich 100 Essen aus. Dieses Geschäftsfeld hat sich in der Corona-Zeit stark entwickelt. Daher können wir unter der Woche mittags das Restaurant nicht öffnen. Das ist nicht zu schaffen“, sagt der Gastronom. Firmen und Senioren zwischen Herbstein, Hosenfeld, Birstein oder Radmühl zählt er dabei zu seinen Kunden.

Diese besuchen auch sein Café Bistro am See außerhalb des Ortes. „Am Sonntag und Montag haben sie uns dort in der Außengastronomie überrannt“, zieht er ein positives Fazit des ersten Öffnungstages nach Monaten. Der angrenzende Vulkanpark hat schon geöffnet, während die ersten Veranstaltungen in der Vulkanhalle erst ab Mitte Juni geplant seien.

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