Schlitzer Unternehmen wie die Lampenwelt sind keine Quelle der hohen Corona-Infektionszahlen. Laut Kreisgesundheitsamt geht die Seuche vor allem innerhalb von Familien um.
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Schlitzer Unternehmen wie die Lampenwelt sind keine Quelle der hohen Corona-Infektionszahlen. Laut Kreisgesundheitsamt geht die Seuche vor allem innerhalb von Familien um.

Wo sind die Hotspots?

Corona im Vogelsberg: Rätseln um hohe Inzidenzzahlen im Schlitzerland

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Die Corona-Gerüchteküche kocht: Immer wieder meinen Menschen, Hotspots im Schlitzerland auszumachen. Aber so einfach ist das nicht. 

Schlitz - Am Dienstag lag die Zahl der Corona-Neuinfizierten in und um die Burgenstadt bei 84, die zweithöchste Zahl nach 89 im weitaus größeren Lauterbach und auch viel höher als in Alsfeld, das sich als Modellregion für kurze Zeit einige Freiheiten herausnehmen konnte.

Wie Kreispressesprecherin Sabine Galle-Schäfer berichtet, habe man derzeit keine konkreten Hinweise, dass in einem bestimmten Unternehmen sich besonders viele Menschen infiziert hätten. „Was das Infektionsgeschehen in Schlitz (Vogelsbergkreis) angeht, so haben wir keinen Hotspot, vielmehr sind im Moment vor allem Familien betroffen. Wenn die ansteckendere britische Virus-Mutation B 1.1.7. in eine Familie getragen wird, infizieren sich nicht nur einzelne Personen, sondern in vielen Fällen alle Mitglieder der Familie. Das führt zu höheren Infektionszahlen im Schlitzerland“, berichtet die Kreispresseprecherin.

Vogelsberg: Rätseln um hohe Corona-Inzidenzzahlen im Schlitzerland - Wo sind Hotspots?

Damit ist auch die Lampenwelt aus dem Spiel, derzeit der wohl größte Arbeitgeber im Schlitzerland. „Für uns als regionaler Arbeitgeber steht die Gesundheit unserer rund 500 Mitarbeiter immer an erster Stelle. Aus diesem Grund haben wir uns bereits vor etwas mehr als einem halben Jahr entschieden, eigene PCR-Testkapazitäten aufzubauen. Wir waren somit in der Lage, jederzeit schnell auf mögliche Infektionen zu reagieren und dadurch die Mitarbeiterschaft, aber auch deren Verwandte und Angehörige bestmöglich zu schützen. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für den Vogelsbergkreis bleiben Sie auf dem Laufende)

Im Zuge der letzten Wochen haben wir dieses Testangebot dann um eigene Schnelltests ergänzt – die bereits seit Anfang März den Mitarbeitern auf freiwilliger Basis zur Verfügung stehen und bereits gut genutzt werden, weshalb wir durch eine Erhöhung der Bevorratung auf über 1000 Tests auch kurzfristig größere Gruppen bei Bedarf testen können,“ erklärt CEO Thomas Rebmann dazu. Somit hat das Unternehmen die Lage schon seit einem Monat gut im Griff.

Jörg Kraus: Einige der Betreuten leiden sehr darunter, dass sie nicht all das tun können, was sie möchten

Ähnlich sieht es auch bei der Lebensgemeinschaft Sasse-Richthof aus. „Unter unseren Betreuten gab es noch keine Covid-Fälle“, berichtet der Geschäftsführer in Sassen, Jörg Kraus. Bei den betreuenden Personen habe es allerdings einige Fälle gegeben, aber alle ohne schweren Verlauf. Man halte die Hygienevorschriften ein und arbeite intensiv am Schutzkonzept, auch wenn das in der besonderen Situation der Hausgemeinschaften nicht einfach sei.

„Einige der Betreuten leiden schon sehr darunter, dass sie nicht all das tun können, was sie möchten“, sagt Kraus, und was sie auch gewöhnt seien, wie die Teilnahme am vielfältigen kulturellen Angebot, das nun nicht stattfände. Hoffnungen setzt Kraus auf die Impfungen: die Menschen mit Vorerkrankungen seien schon geimpft; in den kommenden zwei bis drei Wochen wolle man auch die anderen Betreuer und Betreuten impfen lassen, sodass auch bei der Lebensgemeinschaft umfassender Schutz gewährleistet sei.

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